Der österreichische Weg ist der bessere Weg!

22.04.2020

In Sachen Corona-Bekämpfung hat Schweden einen etwas an anderen Weg beschritten. Keine Ausgangssperren und kein generelles Niederfahren der Wirtschaft, dafür aber galt der intensive Appell an die persönliche Verantwortung.

Konkret gefragt, ob der schwedische Weg der bessere wäre um Corona zu bewältigen, beantworten dies 63 Prozent der Österreicher mit einem klaren Nein.

Dennoch nimmt auch hierzulande seit einigen Wochen tendenziell die Überzeugung zu, dass die Maßnahmen gegen Corona übertrieben sind. Noch vor vier Wochen haben ca. 90 Prozent die Auffassung vertreten, die harten Maßnahmen sind gerechtfertigt. Dieser Wert ist inzwischen etwas zurück gegangen und zwar auf 79 Prozent. Ein Fünftel (21 Prozent) ist der Meinung, dass Übertrieben wird, eine Ansicht, die vor allem Unternehmer (31 Prozent) sowie FPÖ-Wähler vertreten.

Verständlich – schließlich nimmt ebenfalls von Woche zu Woche die Überzeugung zu, dass Österreich inzwischen das Virus unter Kontrolle hat (80 Prozent). Vor vier Wochen lag der Vergleichswert noch bei 60 Prozent.

Und es gibt Anzeichen einer leicht abgeschwächten Zustimmung zur Regierungspolitik. Während vor vier Wochen noch 50 Prozent der Österreicher der Bundesregierung Begeisterung für das entschlossen Vorgehen gezollt hat, liegt der aktuelle Vergleichswert mit 41 Prozent signifikant niedriger. Diese Veränderung der Wahrnehmungslage betrifft auch die Bewertungen von Bundeskanzler Kurz und Gesundheitsminister Anschober. Beide verlieren derzeit einen Teil ihrer Bewunderer. Kurz lag vor vier Wochen auf noch 57 Prozent begeisterter Zustimmung und erzielt mit derzeit 47 Prozent seinen bisher niedrigstes Zustimmungspegel für den Betrachtungszeitraum der Corona-Krise.

Diese Veränderungsmechanik gilt ebenfalls für Vizekanzler Kogler. Er hält diese Woche bei 32 Prozent Zustimmung, hatte aber vor vier Wochen noch 10 Prozentpunkte mehr. Auch der sehr populäre Gesundheitsminister Anschober verzeichnet eine sinkende Zustimmung, wenngleich in etwas abgeschwächter Form. Die Ursache liegt klar auf der Hand. Eine zunehmende Wirtschafts- und Zukunftsangst löst die Angst vor Corona-Ansteckung ab. Die Inkubationszeit für den seit Jahrzehnten gefährlichsten Arbeitsplatzvirus ist längst abgelaufen und sein Ausbruch trifft einen mit dramatischer Wucht.

Dokumentation der Umfrage: MARKET INSTITUT, Studiennummer MT2101; n=1000 Online-Interviews; repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Gesellschaftsindikatorforschung 2020/KW17; Befragung am 21.4.2020

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