Gesundheit wichtiger als Wirtschaft?

Auch im Fall einer ZWEITEN CORONA-WELLE sollte die Regierung der Gesundheit Vorrang gegenüber der Wirtschaft einräumen. Davon sind mehr als die Hälfte der Österreicher überzeugt, ein Ergebnis einer market Umfrage für das Wirtschaftsmagazin Trend.

 

Die Beruhigungsstrategie der Regierung nach dem Motto „Wir lassen niemanden zurück, koste es, was es wolle“ wirkt offenbar. Sollte im Herbst eine zweite Corona-Welle rollen, plädieren mehr als die Hälfte der Österreicher dafür, die Priorität auf gesundheitliche Maßnahmen zu setzen, wie dies in der ersten Corona-Phase ab März der Fall war.

 

 

Demnach sagen 22 beziehungsweise 39 Prozent der Befragten, die Gesundheitspolitik solle „absoluten Vorrang“ bzw. „eher Vorrang“ haben. Market-Expertin Birgit Starmayr führt das auf den Umstand zurück, dass die in vielen Betrieben Ende September auslaufende Kurzarbeit derzeit noch vieles abfedere. Danach könnte es aber „ein böses Erwachen geben“, so Starmayr, weil vielen erst dann die Konsequenzen eines strikten gesundheitspolitischen Kurses für die Wirtschaft bewusst würde. Nur sechs Prozent sagen, Wirtschaft und Arbeitsplätze sollten im Fall eines deutlichen Anstiegs der Covid-19-Fallzahlen absolute Priorität haben. Größer ist die Unzufriedenheit mit der bisherigen Abwicklung der Hilfsmaßnahmen für die wirtschaftlich Geschädigten – ein leichter Widerspruch zur allgemeinen wirtschaftlichen Sorglosigkeit. Fast die Hälfte der Befragten findet die bisherige Umsetzung der Corona-Hilfen unzureichend. Am deutlichsten ist die Kritik an schlechten Verfügbarkeit von Tests und an der Auswertungsdauer: 15 Prozent halten die Testsituation für „deutlich unzureichend“, weitere 40 Prozent für „eher unzureichend“. Vergleichsweise gut sind die Noten für den Umgang mit Urlaubsheimkehrern und mit der Handhabung der Maskenpflicht.

 

 

Obwohl die Details noch unklar sind, begrüßt die Mehrheit den nun eingeschlagenen Weg zu Schulöffnungen beziehungsweise -schließungen ab Herbst. 58 Prozent befürworten kurzfristige und regionale Schließungen von Schulen, in denen Infektionen auftreten. Elf Prozent würden die Schulen als Vorsichtsmaßnahme überhaupt geschlossen halten, 31 Prozent hingegen finden, sie sollten „auf jeden Fall“ geöffnet bleiben.

 

 

Dokumentation der Umfrage: Online-Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung von 16 Jahre bis ultimo, n=400, Statistische Schwankungsbreite: +/- 5 Prozent





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Ihre Ansprechperson

Prok. Birgit Starmayr
Institutsvorstand von market