Wenig Verständnis für fahrlässig verursachte Freizeitunfälle

11.03.2026

Während sich die diesjährige Skisaison dem Ende zuneigt, steigt mit zunehmenden Temperaturen wieder das Lawinenrisiko in den Bergen. Auch wenn bewusste Missachtungen von Lawinenwarnungen zum Teil glimpflich ausgehen können, ziehen sie oft einen aufwändigen bzw. teuren Rettungseinsatz mit sich. Wie es konkret mit einer möglichen finanziellen Haftung bei solch fahrlässig verursachten Freizeitunfällen bzw. Notsituationen aussieht und welches Verständnis die Österreicher:innen hier mitbringen, ist Teil der aktuellen MARKET NEWS.

 

Zunächst auf die Skipisten des Landes. Generell gibt es in der Bevölkerung kein breites Verständnis für ein Tiefschnee-Skifahren abseits von markierten Pisten. Rund 40 Prozent (überwiegend die Älteren ab 50 Jahre) sprechen sich hier für ein allgemeines Verbot – unabhängig von der tatsächlichen Lawinengefahr – aus. Weitere 45 Prozent – damit kumuliert knapp 9 von 10 Befragte – binden ein Verbot des Abseitsfahrens an eine erhöhte Lawinengefahr bzw. -warnung.

Einzig im Segment der bis 29-Jährigen findet man leicht stärkere Anteile jener Personen, die – im Falle ausreichender Fachkenntnis – ein Abseitsfahren von Skipisten auch bei erhöhter Lawinengefahr als vertretbar einstufen würden.

 

Skifahren abseits gesicherter Pisten bei hoher Lawinenwarnstufe klares No-Go

In der Folge ist es auch nicht weiter überraschend, dass „Skifahren abseits gesicherter Pisten oder Tourengehen bei hoher Lawinenwarnstufe“ genau jener Aspekt ist, bei dem es drei Viertel der Befragten als „besonders angebracht“ sieht, wenn Verursacher von Unfällen oder Notsituationen selbst auch die Rettungs- und Bergungskosten (zumindest teilweise) übernehmen müssten. Eine ähnlich hohe Zustimmungsrate fahren mit über 70 Prozent auch Unfälle im Zuge des „Steuerns eines Fahrzeuges unter Alkoholeinfluss“ ein, auf einer Ebene dahinter folgen Notsituationen bzw. Bergungsszenarieren „beim Missachten von Wegsperrungen oder Betretungsverboten“. Was umgekehrt kein Haftungsthema sein sollte, ist eine notwendige Rettungsaktion beim „Unterschätzen von Wetterumschwüngen“, dem wiederum nur knapp ein Viertel zustimmt. Für eine Kostenübernahme bei Unfällen durch „Fahren mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit“ oder aber bei einer Handynutzung sprechen sich immerhin knapp jeweils 60 Prozent aus.

Durchaus interessant an dieser Stelle auch die demographischen Unterschiede in den jeweiligen Beurteilungen. Durch die Bank nehmen Ältere ab 50 Jahre als auch Frauen potenzielle Unfallverursacher in den einzelnen Situationen deutlich stärker in die Pflicht was eine anteilsmäßige Kostenübernahme im Falle einer Rettung bzw. Bergung betrifft. So haben ältere Semester z. B. auch klar das geringste Verständnis für eine fehlende Haftung bei Zwischenfällen im Bereich von „Risikosportarten (wie Paragliding, Basejumping, Freiklettern usw.)“ bzw. „beim Mountainbiken auf besonders schwierigen Trails“.

 

 

Relativ einig ist man sich schließlich nur was Fahrlässigkeiten wie das „Steuern eines Fahrzeuges während der Handynutzung“ oder auch das „Rad- bzw. Skifahren ohne Helm“ betrifft. Analog zur Eingangsfrage nehmen es übrigens Jüngere bis 29 Jahre nicht so genau beim „Skifahren abseits gesicherter Pisten oder Tourengehen bei hoher Lawinenwarnstufe“ – hier scheiden sich somit klar die Geister in der Bevölkerung.

 

 

Dokumentation der Umfrage:

✓ Zielgruppe: repräsentative österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre
✓ Basis: n=843 Online-Interviews im MARKET-Panel
✓ Max. stat. Schwankungsbreite: +/- 3,44 Prozent
✓ Befragungszeitraum: 2./3. März 2026

 

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