Viel Zustimmung für Österreichs Sitz im UN-Sicherheitsrat!

11.06.2026

Für Österreichs Außenpolitik ist es ein großer Achtungserfolg und Grund zur Freude – in den Jahren 2027 und 2028 erhält unser Land einen Sitz als nicht-ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat und darf damit nach 16 Jahren wieder Verantwortung im wichtigsten sicherheitspolitischen Gremium der Vereinten Nationen übernehmen. Ob Herr und Frau Österreicher diese Jubelstimmung teilen, welche Möglichkeiten sich dadurch u.a. für die heimische Wirtschaft ergeben und welche Rolle vor allem der Triumph über Deutschland in der persönlichen Einschätzung einnimmt, nimmt unsere aktuelle MARKET News unter die Lupe.

Ein hoher Anteil von gut drei Viertel haben zunächst letzte Woche die Entscheidung über die Aufnahme in den Sicherheitsrat zugunsten Österreichs miterlebt, wobei sich hier zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Segmenten ergeben. Männer bzw. Ältere zeigen sich dabei über Österreichs zukünftiges Mitwirken im UNO-Gremium klar informierter und verweisen hier auf einen Wissensstand von knapp 90 Prozent, Jüngere als auch Frauen äußern hingegen ein geringeres Involvement.

 

Befürworter überwiegen gegenüber den Kritikern, die vor allem aus dem FPÖ-Lager stammen

Hinsichtlich der persönlichen Bewertung und Einschätzung der Thematik zeigen sich Differenzen stärker in Verbindung mit dem eigenen politischen Background. Zunächst geben sich knapp 40 Prozent erfreut über den Ausgang der geheimen Wahl der UNO-Mitgliedsstaaten, in etwa jeder Fünfte sieht die Entscheidung zugunsten Österreichs explizit als sehr positiv. Allerdings fällt auch die Gruppe jener, die der Aufnahme Österreichs in den Sicherheitsrat etwas distanzierter – weil neutral – gegenüber stehen mit kumuliert 40 Prozent ähnlich groß aus. Eher etwas untergeordnet sind wiederum die dezidierten Ablehner, die mit rund einem Fünftel in der Gesamtbevölkerung zu Buche schlagen.

Auffällig jedoch dabei: die bereits erwähnten Zusammenhänge mit der eigenen parteipolitischen Färbung. Die meisten Fürsprecher bindet dabei (wenig überraschend) das Lager der NEOS- bzw. Grünen-Präferenten an sich. Kritik kommt hingegen vermehrt von den potenziellen Blau-Wählern: Unter den Anhängern der FPÖ klettert der Anteil der Ablehner auf klar überproportionale 40 Prozent.

Geringer Infostand über das Gremium lässt klaren Nutzen für Österreich vermissen

Trotz der positiven Grundstimmung über die Aufnahme unseres Landes in den UN-Sicherheitsrat macht sich in weiterer Folge durchaus auch Skepsis über einen konkreten Nutzen breit. Immerhin knapp 60 Prozent sind dabei der Meinung, dass „Österreich seine Ressourcen besser eher für nationale als für internationale Aufgaben einsetzen sollte“ – klares Nummer 1 Argument vor allem auch für die meist FPÖ-nahen Kritiker der Aufnahme.

Während mehr als jeder Zweite der Meinung ist, dass „die traditionelle Neutralität Österreichs mit einer Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat grundsätzlich vereinbar ist“, glaubt bspw. nur ein Drittel daran, dass „Österreichs Wirtschaft von der Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat profitieren wird“. Der außenpolitsche Benefit liegt mit rund 40 Prozent auf ähnlichem, eher niedrigem Niveau, wobei an dieser Stelle auch auf die rund 15 Prozent Stimmenthaltungen hingewiesen werden muss – die letztlich durch ein zu geringes Detailwissen über den UN-Sicherheitsrat bedingt werden.

Dies bestätigt auch der hohe Zustimmungsgrad von über 50 Prozent im Hinblick auf den Wunsch nach „mehr Wissen über die Ziele Österreichs im Sicherheitsrat“ sowie der geringe Anteil von rund einem Drittel, das sich einigermaßen „ausreichend über das Gremium informiert fühlt“.

Triumph über Deutschland vor allem für die Befürworter wichtig

Zu guter Letzt gingen wir der durchaus pikanten Frage nach, welche Bedeutung der Erfolg gegenüber Deutschland für die Bewertung des Wahlergebnisses hat. Deutschland hatte sich neben Portugal um einen der freien Sitze beworben, ging jedoch leer aus.

Die Einschätzung hängt dabei stark von der eigenen Haltung ab: Personen, die der Aufnahme Österreichs in den UN-Sicherheitsrat positiv gegenüberstehen, messen dem Erfolg gegenüber Deutschland mit knapp 60 Prozent Zustimmung durchaus eine hohe Bedeutung bei und sehen darin gewissermaßen das Tüpfelchen auf dem i. Ablehner bzw. neutral Eingestellte hingegen schreiben diesem Umstand keine wirkliche Bedeutung zu.

Dokumentation der Umfrage:

✓ Zielgruppe: repräsentative österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre
✓ Basis: n=1.000 Online-Interviews im MARKET-Panel
✓ Max. stat. Schwankungsbreite: +/- 3,18 Prozent
✓ Befragungszeitraum: 8./9. Juni 2026

 

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