Die Mehrheit der Österreicher:innen will den Lateinunterricht reduzieren. Stattdessen sollen mehr Wirtschaftsbildung und Handwerk gelehrt werden.
Um die Wichtigkeit des Lateinunterrichts entstand unlängst ein Grabenkampf. Wenig zu Wort kamen in der Debatte diejenigen, die es wirklich betrifft – Schüler:innen. Wie unsere neueste Umfrage für das Wirtschaftsmagazin Trend zeigt, sprechen sich vor allem junge Menschen dafür aus, den Lateinunterricht zugunsten anderer Fächer zu reduzieren.
Lediglich drei Prozent der österreichischen Bevölkerung glauben, dass heimische Schulen Kinder und Jugendliche gut auf die Arbeitswelt vorbereiten. „Wir sehen ein Stadt-Land-Gefälle“, analysiert Market-Expertin Birgit Starmayr. Das hängt damit zusammen, dass in Ballungsräumen häufiger sogenannte Brennpunktschulen zu finden sind, meint die Expertin.
Könnten sie die Lehrpläne ändern, würden die Österreicher: innen stärker auf Wirtschaftskunde und Finanzbildung sowie auf handwerkliche Fähigkeiten setzen. Männer finden, dass digitale Kompetenzen und Informatik stärker gelehrt werden sollen. Frauen setzen den Fokus auf Umwelt- und Klimabildung sowie auf soziale Kompetenzen.
Um dem Neuen Raum zu geben, würde die Mehrheit am ehesten Lateinstunden streichen, gefolgt von Religion und Ethik sowie Musik und Kunst. Eltern halten diese Fächer für wichtiger als Personen ohne Kinder. Die Diskussion bleibt, ob Schulen nur auf Nützlichkeit in der Arbeitswelt vorbereiten oder auch andere Ziele verfolgen sollen.