Eine Generation später: Ein Tag ohne Handy

12.02.2026

Die MARKET Reihe „1 Generation später“ zeigt diesmal im Rahmen eines Zeitvergleichs zwischen 1999 – dem Beginn der breiten Handynutzung – und heute auf, wie sich Herr und Frau Österreicher an einem Tag ohne Handy fühlen würden („Stellen Sie sich vor, Sie verbringen einen Tag ohne Handy“). Insgesamt wird ein Tag ohne Handy heute deutlich ambivalenter erlebt als früher: Sowohl positive als auch negative Gefühle haben zugenommen.

Deutlich mehr Befragte glauben, sie könnten den Tag mehr genießen, hätten mehr Zeit für die Familie und würden ihn fast wie einen Urlaubstag erleben. Besonders stark gestiegen ist auch die Vorstellung, dass ein Leben mit weniger ständiger Erreichbarkeit den eigenen Lebensstandard erhöhen würde. Das deutet darauf hin, dass Smartphones heute auch als Belastung wahrgenommen werden, von der man sich bewusst Erholung erhofft.

Gleichzeitig ist der entspannende Effekt leicht gesunken: 1999 sagten noch mehr Menschen, sie könnten sich ohne Handy gut entspannen, weil es nicht ständig klingelte, heute sind es weniger. Das liegt vermutlich daran, dass das Handy inzwischen nicht mehr nur zum Telefonieren genutzt wird, sondern vor allem für soziale Medien, Nachrichten, Videos und Apps. Die Belastung entsteht heute also weniger durch Anrufe, sondern durch permanente digitale Reize und Benachrichtigungen.

Deutlich zugenommen haben dagegen Sorgen und Stress. Heute machen sich mehr Menschen Gedanken darüber, nicht erreichbar zu sein, etwas Wichtiges zu verpassen oder isoliert zu wirken. Auch das Gefühl von Stress an einem handyfreien Tag hat sich mehr als verdoppelt. Smartphones sind also nicht nur hilfreiche Begleiter, sondern auch stark in soziale Verpflichtungen und Informationsflüsse eingebunden.

Insgesamt zeigt der Vergleich: Während Handys früher eher als Zusatz galten, sind sie heute zentraler Bestandteil des Alltags. Ein Tag ohne Smartphone wird zwar als potenzielle Erholung gesehen, zugleich aber als Risiko für soziale Verbindung, Kontrolle und Sicherheit – ein Spiegel unserer zunehmenden digitalen Abhängigkeit.

 

Dokumentation der Umfrage MT2616_MT2618:

MARKET INSTITUT, Basis: 1.000 national repräsentative Interviews (online im MARKET Panel) Befragungszeitraum: KW6 / 2026

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