STANDARD Umfrage: Mehr Handlungsspielraum für Lehrende

17.09.2026

Eine klare Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher spricht sich für einen strengeren Umgang mit Schülerinnen und Schülern aus, wenn diese andere gefährden oder den Unterricht stören:

Wie eine aktuelle Erhebung des MARKET Instituts im Auftrag des STANDARD zeigt, sieht die österreichische Bevölkerung Handlungsbedarf und wünscht sich mehr Möglichkeiten für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler bestrafen zu können – zwei Highlights dazu:

  • Besonders deutlich ist die Zustimmung bei der Frage nach einem härteren Vorgehen bei Gefährdung: 88 Prozent sind der Meinung, dass Schulen in solchen Fällen strengere Maßnahmen setzen können sollten.
  • Aber schon bei Störungen des Unterrichts sollte es mehr Möglichkeiten für Lehrkräfte geben – 72 Prozent der Österreicher:innen stimmen der Aussage „Schulen sollten härter gegen Kinder und Jugendliche vorgehen können, die den Unterricht stören“ zu.

Auch die Verantwortung der Eltern wird von der Bevölkerung deutlich betont. Eine große Mehrheit spricht sich dafür aus, Eltern stärker in die Pflicht zu nehmen. Im Falle einer Gefährdung anderer, sehen 80 Prozent auch eine Geldstrafe für die Eltern als probates Mittel. Und bei mehrfachen Suspendierungen soll auch der Schulverweis leichter möglich sein.

Gleichzeitig findet die neue Suspendierungsbegleitung breite Zustimmung: 73 Prozent befürworten, dass Kinder, die andere Personen oder Schuleigentum gefährden, in separaten Klassen betreut und unterrichtet werden. Nur 38 Prozent sind dafür, dass suspendierte Schülerinnen und Schüler – wie bisher – lediglich der Schule fernbleiben und von den Eltern betreut werden.

Die Ergebnisse zeigen damit deutlich: Bei problematischem Verhalten von Kindern und Jugendlichen an den Schulen wünschen sich viele Österreicherinnen und Österreicher klarere Konsequenzen, mehr Handlungsspielräume für Schulen und Lehrkräfte und zugleich eine stärkere Einbindung der Eltern.

Trotz der insgesamt offeneren Haltung der jüngeren Generation zeigt sich bei Abschiebungen ein breiter gesellschaftlicher Konsens: 77 Prozent sprechen sich dafür aus, Personen mit einem rechtskräftig negativen Asylbescheid auch in Staaten abzuschieben, in denen Krieg oder Terror herrscht. Diese Position wird nicht nur von der FPÖ-Anhängerschaft, sondern auch von jeweils mehr als 60 Prozent der Anhänger:innen von ÖVP, SPÖ und NEOS unterstützt.

 

Dokumentation der Umfrage MA1071: n=806, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren; durchgeführt im Auftrag des STANDARD

Artikel im STANDARD: https://www.derstandard.at/story/3000000330599/juengere-deutlich-positiver-gegenueber-migration-eingestellt-als-aeltere

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