Konjunkturhoffnung durch Angriff auf den Iran zerschlagen

05.03.2026

Der gemeinsame Militärschlag Israels und der USA gegen den Iran lässt hierzulande niemanden kalt. Während österreichische Touristen und heimische Auswanderer zu Kollateralopfern werden und derzeit verzweifelt versuchen, Städte wie Dubai zu verlassen, klettern im Land bereits die Gas- und Treibstoffpreise rasant nach oben. Wie die österreichische Bevölkerung die militärischen Angriffe auf das 90 Millionen-Einwohner Land im Nahen Osten seit dem erlebt hat und welche Auswirkungen sich dadurch auf das zuletzt zart erblühende Pflänzchen einer anziehenden Konjunktur in Österreich ergeben, geht MARKET in unserer revitalisierten NEWS-Reihe auf den Grund.

Zunächst überrascht das grundsätzlich hohe Interesse in der Bevölkerung. Knapp 30 Prozent geben an, die Nachrichten und Berichterstattungen zum Angriff „sehr genau“ mitverfolgt zu haben und damit bestens informiert zu sein. Ein weiteres gutes Drittel spricht von einer immerhin „eher genauen“ Informationslage, Personen mit kaum Informationen bzw. Desinteresse bilden mit 7 Prozent klar die Ausnahme. Dabei zeigt sich vor allem eine deutliche Alterskorrelation, gemäß der der Informationsstand vor allem bei den älteren Semestern ab 50 Jahre mit kumuliert knapp 80 Prozent dezidiert hoch ist.

Durchaus ambivalent fällt in weiterer Folge jedoch der persönliche Zugang zum Schlag gegen den Iran und den damit verbundenen Todesfällen in den obersten Führungsriegen des Landes aus. Ein Viertel explizite Befürworter der Angriffe, die überwiegend männlich bzw. älteren Semesters sind, steht ein Drittel klarer Ablehner gegenüber, die die westlichen Aktionen (quer durch alle Altersgruppen) verurteilen. In Summe fällt jedoch das Segment jener, die dazu keine wirkliche Meinung haben bzw. diese nicht kund tun wollen, mit gesamt über 40 Prozent am höchsten aus.

Auffallend hier vor allem auch die Zusammenhänge mit dem eigenen Informationsverhalten bzw. -stand: jene Personen, die sich sehr genau über die Ereignisse informiert sehen, stehen weitestgehend auf der Seite der Befürworter und Unterstützer der Angriffsparteien, während ein geringerer Informationsstand tendenziell stärker zu deren Ablehnung führt.

 

Austria First! 
Im Zentrum der erwarteten Auswirkungen des Angriffs stehen dann vor allem wirtschaftliche Sorgen – um Österreich! Jeweils rund 80 Prozent – unabhängig von der eigenen Einstellung zu den Ereignissen – rechnen zum einen mit einer deutlichen Steigerung der Ölpreise, die sich bereits schon heute auf die Tankstellen niederschlägt, als zum anderen auch mit einer wieder zunehmenden Inflation in Österreich – die somit diametral zu den Konjunkturhoffnungen der letzten Wochen steht. Erst auf einer zweiten Ebene dahinter kommt eine gesteigerte Gefahr bzw. Sorge vor weltweiten Terroranschlägen ins Spiel. Ebenso steht auch der Kampf ums Öl im Iran im Fokus der Aufmerksamkeit – noch vor den Befürchtungen eines Flächenbrandes, regionalen Kriegsabbrüchen bzw. einer möglichen Flüchtlingswelle aus dem Iran. Die Hoffnung auf einen wirklichen politischen Wandel, mit einem Ende des Mullah-Regimes, unterstützt nur gut die Hälfte. Ein ebenso großer Anteil vermutet den Iran hingegen weiterhin unter islamischer Führung.
Funfact am Rande – jeder Zweite geht zudem davon aus, dass Präsident Trump durch sein Eingreifen seine Chance auf den von ihm so heiß ersehnten Friedensnobel-Preis verspielt hat.

Generell ist hier auch auf die teils deutlichen Unterschiede im Meinungsbild zwischen Angriffsgegnern und -befürwortern (die in der Folge auch genauer informiert sind) hinzuweisen. Letztere sehen darin vermehrt eine Chance fürs iranische Volk auf Demokratie und politische Stabilität, goutieren den Rückschlag des Irans in seinem Atomprogramm und gehen in der Folge – neben einem starken Signal des Westens – auch von einer letztlich reduzierten Terrorgefahr aus. Genau jener Aspekt ist es jedoch, der den Angriffsgegnern mit am stärksten aufstösst, ebenso auch wie die erwartete Eskalation in der Öl-Thematik und die Befürchtung um einen Flächenbrand in der Region. Zudem vermuten sie stärker eine kommende Flüchtlingswelle.

Was bedeutet das für die Zukunft des Nahen Ostens?

Die Vorzeichen der Zukunft sieht man letztlich kritisch. Nur etwa Siebte – hier wiederum die Angriffsbefürworter als vor allem auch die stärker Informierten – rechnen mit einer allgemeinen Beruhigung der Lage im Nahen Osten in der nächsten Zeit, knapp die Hälfte hingegen sieht in den Ereignissen der letzten Tage vor allem eine weitere Verschärfung der Konflikte in der Region.

Die Zeit wird es weisen, welche der beiden Seiten letztlich recht behält, wobei grundsätzlich schon heute von richtungsweisenden Tagen für den Iran bzw. den gesamten Nahen Osten auszugehen ist.

 

 

Dokumentation der Umfrage:

MARKET INSTITUT, Basis: n=843 national repräsentative Online-Interviews in der Bevölkerung ab 16 Jahren; max. statistische Schwankungsbreite +/- 3,44 Prozent; Befragungszeitraum: 2./3. März 2026

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