Knapp die Hälfte erfreut über den Wahlausgang in Ungarn!

16.04.2026

Die Parlamentswahlen in Ungarn sind geschlagen. Mit dem Sieg von Herausforderer Péter Magyar, der nach 16 Jahren das Ende von Langzeitpremier Viktor Orbán eingeläutet hat, war aufgrund diverser Umfragen im Vorfeld dieser Schicksalswahl durchaus zu rechnen. Die Klarheit der Niederlage des Rechtspopulisten bzw. das Erreichen der Zweidrittelmehrheit von Magyars Partei TISZA im ungarischen Parlament kam dann aber doch durchaus überraschend. Wie die ÖsterreicherInnen den Wahlausgang bewerten, was dieser für einzelne Personen der in- und ausländischen Politik bedeutet und vor allem, was jetzt aus Sicht der Bevölkerung auf Österreich bzw. die EU zukommt, analysiert unsere aktuelle MARKET News.

 

Besonders spannend zunächst freilich die Frage, wieviele ÖsterreicherInnen ideologisch hinter der Niederlage und dem Ende von Viktor Orbán in Ungarn stehen. Explizit goutiert hier knapp jeder Zweite, konkret 45 Prozent, den Wahlausgang zu Gunsten von Péter Magyar, Ältere geben sich im Vergleich noch etwas zufriedener damit. Interessant dabei vor allem auch die Bewertungen der heimischen FPÖ-Präferenten: in diesem Segment findet sich letztlich „nur“ ein Drittel, das die Niederlage des Rechtspopulisten bedauert und damit den bisherigen „Kuschelkurs“ von Kickl mit dem abgewählten Ministerpräsidenten ausdrücklich unterstützt. Etwas überraschend hingegen der hohe Anteil von kumuliert 43 Prozent jener Blau-WählerInnen, denen die Abwahl wiederum eher egal ist bzw. die sich diesbezüglich nicht festlegen wollen.

Europa und EU werden am stärksten vom Kurswechsel in Ungarn profitieren

54 Prozent aller Befragten geben an, dass sich in Folge des bevorstehenden Regierungswechsels die Zusammenarbeit mit Ungarn innerhalb der EU verbessern bzw. diese zunehmen wird. Auch für den generellen Zusammenhalt in Europa sehen 43 Prozent positive Entwicklungen in Zukunft. Auf ähnlich hohem Niveau schätzt man zudem die Lebensqualität für die ungarische Bevölkerung sowie die Wirtschaftsleistung des Landes ein. Ebenso sieht man auch klare Verbesserungen für die Zusammenarbeit österreichischer Unternehmen mit ungarischen Betrieben. Interessant an dieser Stelle allerdings auch der durch die Bank hohe Anteil von jeweils 15 bis 20 Prozent jener, die sich bezüglich möglicher Folgen keine Einschätzung zutrauen.

Durchaus ambivalent fällt hingegen die zukünftige Einschätzung der Flüchtlingsproblematik aus bzw. was dies alles für den bisherigen Aufschwung der rechten Parteien in Europa bedeutet. Klar den geringsten Einfluss sieht man hingegen auf ein mögliches Ende des Krieges in der Ukraine.

Wiederum sind es vor allem die FPÖ-Präferenten, die sich hinsichtlich entsprechend positiver Entwicklungen in und für Ungarn klar zurückhaltender geben, während inbesondere Ältere ab 50 Jahre hier klar optimistischer auftreten – vor allem auch was die positiven Effekte für Europa bzw. die EU betrifft.

Letztlich sind es Ursula von der Leyen als EU-Kommissions-Präsidentin sowie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die auf Personenebene – aus Sicht der Österreicherinnen und Österreicher – am stärksten von den politischen Entwicklungen in Ungarn profitieren sollten. Jeweils rund ein Viertel sieht letztlich auch seitens der heimischen Politgrößen – namentlich Bundeskanzler Stocker, Außenministerin Meinl-Reisinger bzw. Bundespräsident van der Bellen – positive Effekte.

Die aktuellen Daten zeigen zudem, dass die orbanfreundliche Haltung der FPÖ in der eigenen Wählerschaft durchaus problematisch gesehen wird. Herbert Kickl gilt – neben dem amerikanischen Führungsduo Trump und Vance sowie insbesondere dem russischen Präsidenten Putin – als DER Verlierer durch den Erfolg von Magyar.

 

Dokumentation der Umfrage:

✓ Zielgruppe: repräsentative österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre
✓ Basis: n=1.000 Online-Interviews im MARKET-Panel
✓ Max. stat. Schwankungsbreite: +/- 3,18 Prozent
✓ Befragungszeitraum: 13./14. April 2026

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