Klare Mehrheit für Abschaffung der Zeitumstellung!

26.03.2026

Seit vielen Jahren ist eine mögliche Abschaffung der Zeitumstellung – also das Vordrehen der Uhren von Winter- auf Sommerzeit bzw. retour – in aller Munde. Politisch steckt man damit seit jeher in einer Sackgasse, bereits vor einigen Jahren gab es dazu seitens EU konkrete Pläne, die bis dato jedoch nicht umgesetzt wurden. Anlässlich der bevorstehenden Umstellung am kommenden Wochenende fühlen wir nun wieder einmal der Bevölkerung zu diesem Thema auf den Zahn, nehmen mögliche Argumente für und gegen eine Umstellung unter die Lupe – und fragen nach, ob man überhaupt weiß, ob es jetzt eine Stunde nach vor oder zurück geht.

 

Etwas überraschend zunächst die Antworten auf die Frage, ob wir kommendes Wochenende die Uhren eine Stunde vor- oder zurückstellen. Nur 76 Prozent, damit deutlich weniger als erwartet, können die Frage korrekt beantworten, jeder Fünfte gibt explizit die falsche Richtung an. Auffällig dabei vor allem der stark erhöhte Anteil unter den bis 29-Jährigen, von denen mehr als jede/r Dritte keine korrekte Zuordnung machen kann.

4 von 5 sprechen sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus

Bekanntermaßen klar positioniert man sich dann, wenn es um eine zukünftige Abschaffung bzw. die Beibehaltung der bisherigen Zeitumstellung geht. Bereits 2018 – damals gab es konkrete Pläne für eine EU-weite Abschaffung – stimmten mehr als die Hälfte der Österreicher:innen für eine dauerhafte Sommerzeit, nur 22 Prozent waren damals für die Beibehaltung der Umstellung in der gewohnten Form.
Diese Pole haben sich nun nochmals etwas verschoben: der Anteil der Befürworter einer zukünftigen Abschaffung der Zeitumstellung klettert aktuell auf 80 Prozent. Eine ständige Sommerzeit mit abends längeren Tageslichtzeiten hat im Detail nochmals etwas an Attraktivität (plus 3 Prozentpunkte) gewonnen.
Ebenso interessant: damals wie heute sind es deutlich stärker die Jüngeren bis 29 Jahre, die für eine Beibehaltung der Umstellung wie bisher plädieren. Weniger überraschend hingegen ist die Tatsache, dass es vor allem auch jene Personen sind, die sich generell mit der Umstellung leichter tun, die diese letztlich auch in Zukunft befürworten würden.

Ihre Beweggründe – und die aller anderen Befürworter einer regelmäßigen Zeitumstellung – liegen dabei auf der Hand. Es ist vor allem das längere Tageslicht am Abend, wodurch spätere Outdoor-Aktivitäten und generell mehr Tätigkeiten ermöglicht werden. Helle Abende werden zudem generell angenehmer und stimmungsaufhellender erlebt. Weniger denkt man in diesem Zusammenhang hingegen an mögliche Vorteile im Austausch mit anderen Regionen und Ländern, in denen dieselbe Zeit herrscht.

 

 

Gegen die Umstellungen im Frühjahr bzw. Herbst sprechen wiederum vorrangig die Störungen für den eigenen Biorhythmus. 41 Prozent sehen darin den größten Kritikpunkt, von dem man in weiterer Folge vor allem auch Kinder bzw. ältere Menschen stärker betroffen sieht. Ein Drittel findet konkret, dass man sich unmittelbar nach der Zeitumstellung mehrere Tage müde fühlt, da auch der Schlafrhythmus durcheinander kommt. Darüber hinaus schätzt man auch das „ursprüngliche“ Argument für die Einführung der Sommerzeit, dass durch längeres Tageslicht Energie am Abend eingespart werden kann, kritisch ein. Ein Drittel – hier vor allem die Älteren ab 50 Jahre – sehen Energieeinsparungen durch einen geringeren Stromverbrauch als gering an.

Jüngere mit größeren Schwierigkeiten unmittelbar nach der Zeitumstellung

Letztlich tut sich ein Drittel der Österreicher:innen eher schwer mit der Gewöhnung an die jeweils „neue“ gültige Uhrzeit nach einer Umstellung. Die größten Schwierigkeiten zeigen sich hier vor allem für die Jüngeren bis 29 Jahre, was durchaus etwas im Widerspruch zu ihrem höheren Zustimmungsgrad zur Beibehaltung der Zeitumstellung steht. Offenkundig nimmt diese Gruppe somit kurzfristigere Einschränkungen im Wohlbefinden für längerfristige Vorteile – gerade bei Jüngeren kommt eine Sommerzeit mit mehr Aktivitätsmöglichkeiten am Abend dem eigenen Wach- und Schlafrhythmus stärker entgegen – stärker in Kauf.

Übrigens, der Vollständigkeit halber: die Uhren werden am kommenden Wochenende eine Stunde VOR gestellt!

 

 

Dokumentation der Umfrage:

✓ Zielgruppe: repräsentative österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre
✓ Basis: n=1.000 Online-Interviews im MARKET-Panel
✓ Max. stat. Schwankungsbreite: +/- 3,44 Prozent
✓ Befragungszeitraum: 16./17. März 2026

 

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