Während die USA anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land um Jubelstimmung bemüht ist, löste dieser Tage eine andere Meldung des WM-Gastgebers mediale Euphorie aus. Die USA und der Iran konnten sich auf ein Friedensabkommen einigen, das noch diese Woche unterzeichnet werden soll. Inwieweit die Österreicherinnen und Österreicher diesem Frieden tatsächlich trauen, was dahinter steckt und welche Gefahr wiederum die israelischen Reaktionen auf den alleinigen Vorstoß von Präsident Donald Trump in dieser Causa bedeuten, analysieren wir in unserer aktuellen MARKET News.
Große Skepsis am Friedensabkommen mit dem Iran!
Zunächst zeigt sich aus Sicht der österreichischen Bevölkerung ein klarer Dämpfer für die zarte Pflanze Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten: Nur etwas mehr als ein Fünftel, konkret 22 Prozent, gehen davon aus, dass mit dem geplanten Friedensabkommen der Krieg zwischen den USA und dem Iran tatsächlich beendet werden wird. Auch auffällig: ein ident hoher Anteil von über 20 Prozent kann – bzw. will – in dieser Angelegenheit kein Urteil abgeben.
Jüngere geben sich dabei klar optimistischer, bei den Älteren ab 50 Jahren traut hingegen nur etwa jeder Zehnte dem verkündeten Frieden über den Weg. Zudem geben sich auch Männer hoffnungsvoller, während Frauen sich öfter der Stimme enthalten.
2 von 3 glauben nur an einen langsamen Wirtschaftsaufschwung in Österreich
Ebenso schaumgebremst gibt man sich hinsichtlich der Einschätzung, wie rasch sich die österreichische Wirtschaft nach dem erhofften Kriegsende erholen wird. Rund zwei Drittel glauben hier nur an eine langsame Stabilisierung, einmal mehr sehen dies vor allem die Älteren besonders kritisch. Von einer einigermaßen raschen Erholung sprechen gar nur 15 Prozent, ein nahezu ident hoher Anteil geht überhaupt davon aus, dass das mögliche Kriegsende im Iran keinen Einfluss auf Österreichs Wirtschaft haben wird.
Ähnliches gilt dann in weiterer Folge auch für einen der wichtigsten Aspekte aus Sicht der heimischen Bevölkerung – das Fallen der Treibstoffpreise an den Tankstellen im Zuge einer Erholung des Ölpreises. Hier glaubt die klare Mehrheit von drei Viertel, dass es länger dauern wird, bis sich tatsächlich Entspannung fürs Börserl bemerkbar machen wird.
Ebenso sicher ist man sich auch der Tatsache, dass Trump letztlich keine wirkliche Wahl hatte, als das Friedensabkommen zu forcieren. Zum einen wurde in den letzten Wochen klar, dass er den Krieg nicht gewinnen kann – diese Meinung teilen immerhin 60 Prozent (Note 1+2 kumuliert) der ÖsterreicherInnen. Noch stärker wiegt in diesem Zusammenhang allerdings der Umstand der bevorstehenden Midterm-Wahlen in den USA im Herbst, bei denen Trump durch das Bemühen um eine Friedenslösung im eigenen Land gut da stehen möchte (68 Prozent Zustimmung).
In der Folge überrascht es auch nicht, dass in Summe 70 Prozent klar dagegen wären, würde dem amerikanischen Präsidenten nun der so heiß ersehnte Friedensnobelpreis überreicht werden.
Letzlich wünschen sich auch zwei Drittel in Österreich – hier insbesondere die Älteren –, dass „die Einhaltung des Friedensabkommens durch internationale Organisationen überwacht werden sollte“.
Israelische Angriffe gefährden klar den bevorstehenden Abschluss des Friedensabkommens
Eine deutliche Gefährdung des ohnehin als unsicher eingestuften Abkommens sieht man schließlich in den israelischen Angriffen auf den Libanon, die am Montag unmittelbar nach der Ankündigung der Vereinbarung statt fanden. Knapp 6 von 10 in unserem Land gehen davon aus, dass durch den ausbleibenden Rückzug Israels aus dem Kriegsgebiet der Abschluss des Friedensabkommens konkret gefährdet wird, im ohnehin skeptischen Segment der über 50-Jährigen sind es knapp 70 Prozent.
Bleibt somit zu hoffen, dass es sich bei den geplanten Friedensverhandlungen nicht nur um einen PR-Schachzug des amerikanischen Präsidenten handelt, sondern es tatsächlich – wenn auch entgegen den Erwartungen der Österreicherinnen und Österreicher – zu umfassendem Frieden in der Region kommt.
Dokumentation der Umfrage:
✓ Zielgruppe: repräsentative österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre
✓ Basis: n=1.000 Online-Interviews im MARKET-Panel
✓ Max. stat. Schwankungsbreite: +/- 3,18 Prozent
✓ Befragungszeitraum: 15./16. Juni 2026