Wer hat es in Österreich leicht?

Neben Nationalratsabgeordneten haben es nach Ansicht der Wahlberechtigten in Österreich auch Paare ohne Kinder sowie Beamte eher leicht. Zumindest sehen dies bei jeder dieser drei Personengruppen mehr als acht von zehn Wahlberechtigten so.

 

Auf der anderen Seite haben es Alleinerziehende mit Kindern nach Ansicht der Befragten besonders schwer. Im Vergleich zur letzten Erhebung vor 5 Jahren ist die Einschätzung, dass es Alleinerziehende schwer haben, noch etwas gestiegen, womit heute bereits knapp neun von zehn in unserer Befragung dieser Meinung sind.

 

Obwohl die Wirtschaftskrise heute weniger deutlich zu spüren ist und sich der Arbeitsmarkt sehr positiv entwickelt, so zeigen sich dennoch bei den meisten Bevölkerungsgruppen keine statistisch signifikanten Verbesserungen. Die positivste Ausnahme stellen nach Ansicht von Herrn und Frau Österreicher hier Jugendliche mit Lehrabschluss dar: Während zwei Drittel der Ansicht sind, dass es diese Gruppe eher leicht hat, so trifft diese Einschätzung bei Jugendlichen mit Matura nur für die Hälfte zu.

 

 

 

 

Die größte Veränderung im Vergleich zu 2013 stellt in diesem Kontext die deutlich gestiegene öffentliche Wahrnehmung der Flüchtlingsbewegung im Laufe der letzten Jahre dar. Vor fünf Jahren, also vor der großen Flüchtlingsbewegung, spielten Flüchtlinge in der Themensetzung bzw. in der öffentlichen Wahrnehmung eine vergleichsweise untergeordnete Rolle und Zuwanderung wurde großteils aus dem ehemaligen Jugoslawien oder der Türkei wahrgenommen.

 

Heute sagen 59%, dass man es als Flüchtling schwer hat, während ein Viertel eine gegenteilige Meinung vertritt. Diese Verteilung trifft ziemlich genau auch auf die Gruppe der ÖVP Wähler zu, während Wähler der Oppositionsparteien es häufiger so sehen, dass es Flüchtlinge bei uns eher schwer haben. Ein gegenteiliges Bild zeichnet sich hier unter erklärten Wählern der FPÖ.

 

Eine ähnliche, wenn auch nicht so stark ausgeprägte, Einschätzung wurde in puncto Homosexuelle in Österreich gemessen (Wähler von Oppositionsparteien schätzen die Lage für diese Gruppe schlechter ein als Wähler von einer der Regierungsparteien). Interessant auch der Blick auf geschlechterspezifische Unterschiede: Während zwei Drittel die Meinung teilen, dass es berufstätige Männer eher leicht haben, so trifft diese Einschätzung in Hinblick auf berufstätige Frauen lediglich auf ein Viertel der Wahlberechtigten in Österreich zu.

 


Dokumentation der Umfrage:

n=800 Telefonische CATI- und Online-Interviews, repräsentativ für die wahlberechtigte österreichische Bevölkerung,  

Erhebungszeitraum: 21. bis 23. August 2018,

maximale statistische Schwankungsbreite bei n=800 +/- 3,54 Prozent




Multiethnic Group of People Smiling

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Ihre Ansprechperson

Mag. Thomas Pargfrieder
Senior-Researcher