Was Umfragen leisten

Ein spannender Artikel im Standard vom 14./15. September beschreibt detailliert den Nutzen von politischen Umfragen – politische Umfrage als Stimmungscheck, aber Unschärfe bleibt.

 

Details:

 

Als Basis von Erhebungen dient wie auch bei vielen nicht-politischen Projekten eine repräsentative Erhebung. Bei Politikerhebungen kommt es aber im Unterschied zu anderen Befragungen zu mehr Stimmenthaltungen, weil man die eigentliche Wahlentscheidung nicht verraten will oder noch unentschlossen ist. Daher sind verschiedene Abfragemodelle im Einsatz, besonders bekannt ist die Sonntagsfrage („Angenommen kommenden Sonntag wären Nationalratswahlen. Welcher Partei würden Sie bei einer Nationalratswahl Ihre Stimme geben?“), aber auch Fragen zu den Spitzenkandidaten oder zur generellen Wahlabsicht („Kommen wir ganz konkret zur Nationalratswahl am 29. September: Werden Sie bei den Nationalratswahl im Herbst wählen gehen oder nicht?“) fließen in die Betrachtung ein.

 

Mit Hilfe von verschiedenen Nachfragen, deren Antworten zusammen betrachtet werden, versucht die Wahlforschung so ein genaueres Bild zu erhalten und erstellt eine Hochrechnung als Momentaufnahme.

 

Für die politischen Parteien in Österreich können diese Umfragen zwei unterschiedliche Auswirkungen haben. Zum einen kann der sogenannte „Bandwagon-Effekt“ entstehen, dabei gewinnt jene Partei, die bereits an der Spitze ist, weiteren Zulauf, da es die WählerInnen zur stimmenstärksten Partei hinzieht. Und zum anderen kann es zum „Underdog-Effekt“ kommen bei dem jene Partei, die in den Umfragen weiter zurückliegt, mehr Stimmen erhält um diese zu stärken.

 

Trotzdem gilt: Die Aussagekraft der Umfragen sollte nicht unterschätzt werden. Betrachtet man aus den vergangenen 20 Jahren jene Durchschnittswerte der Hochrechnungen für die Nationalratswahl, die innerhalb der letzten vier Wochen vor der Wahl veröffentlicht wurden, so zeigt sich, dass die Abweichungen zum tatsächlichen Wahlergebnis im Durchschnitt nur bei ein bis zwei Prozentpunkten liegen.

 

market führt aktuell wieder eine Erhebung durch, diese wird in den kommenden Tagen im Standard veröffentlicht.

 


Dokumentation der Umfrage MA857: n=800, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren; durchgeführt im Auftrag des STANDARD

 

 




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Ihre Ansprechperson

Prok. Dr. David Pfarrhofer
Institutsvorstand von market