SPÖ: Stabile Werte trotz holprigem Übergang

Pamela Rendi-Wagner ist bei Weitem nicht für alle Anhänger der SPÖ die präferierte Vorsitzende. Dennoch zeichnen die aktuellen market Umfragewerte ein stabiles Bild für die SPÖ in der Wählergunst.

 

Christian Kern hat seinen Abgang als „daneben gegangen" bezeichnet und sich für den holprigen Wechsel bei den Mitgliedern entschuldigt. Trotz dieser Turbulenzen weisen die Ergebnisse der aktuellen Sonntagsfrage im September (Erhebungszeitraum von 25. bis 27. September) recht stabile Umfragewerte für die Sozialdemokraten aus. Denn eine unter 800 Personen (repräsentativ für die wahlberechtigte österreichische Bevölkerung) durchgeführte Studie kam zum Ergebnis, dass die SPÖ gegenüber dem Vormonat einen unverändert hohen Wert von rund 28 Prozent erzielt, welcher sogar knapp über dem Ergebnis der letztjährigen Nationalratswahl liegt.

 

Somit ist für die Sozialdemokraten aktuell der zweite Platz abgesichert, weil die Freiheitlichen im Vergleich zum letzten Wahlergebnis rund drei Prozentpunkte verlieren und nur noch bei rund 23 Prozent liegen. Andererseits bleibt aus heutiger Sicht Platz 1 der Volkspartei vorbehalten, welche ihr gutes Ergebnis im Vergleich zur Nationalratswahl noch etwas steigern konnte und aktuell mit rund 33 Prozent unangefochten an der Spitze rangiert.

 

 

Die Grünen – bei der letzten Wahl noch aus dem Parlament geflogen – würden aus heutiger Sicht mit einem Ergebnis von 5 Prozent den Wiedereinzug schaffen. Deutlich zulegen konnten auch die Neos, die trotz des Abgangs von Matthias Strolz ihr Ergebnis von 5,3 Prozent bei der letzten Wahl auf aktuell acht Prozent steigern konnten. Demgegenüber erreicht die Liste Pilz mit aktuell 2 Prozent nicht einmal die Hälfte der Wähler vom Oktober 2017.

 

Personen sind ein wesentlicher Faktor der Wahlentscheidung. Die Wirkung des Wechsels von Christian Kern zu Pamela Rendi-Wagner kann sehr gut mit Hilfe der Kanzlerfrage, also wen man theoretisch als Bundeskanzler wählen würde, beurteilt werden. Diese Frage kann Sebastian Kurz mit klarem Vorsprung auf Pamela Rendi-Wagner für sich entscheiden, denn mit 36 Prozent hat der aktuelle Bundeskanzler komfortable 11 Prozent Vorsprung auf Rendi-Wagner. Die neue Vorsitzende der SPÖ hat gegenüber ihrem SPÖ-Vorgänger  drei Prozentpunkte verloren. Hier ist auch der Blick auf die Sympathisanten der jeweiligen Parteien interessant, denn während rund neun von zehn ÖVP Wähler Kurz als Kanzler wollen, so sprechen sie lediglich sechs von zehn SPÖ Anhänger für Rendi-Wagner aus. Dies unterstreicht, dass die neue SPÖ Vorsitzende auch in den eigenen Reihen noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten hat.  

 


Dokumentation der Umfrage:

n=804 Telefonische CATI- und Online-Interviews, repräsentativ für die wahlberechtigte österreichische Bevölkerung,

Erhebungszeitraum: 25. bis 27. September 2018,

maximale statistische Schwankungsbreite bei n=804 +/- 3,53 Prozent

 

 




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Ihre Ansprechperson

Mag. Thomas Pargfrieder
Senior-Researcher