Gesundheit für Österreicher in jedem Alter relevant

Für 83 % der Österreicher spielt Gesundheitsvorsorge wichtige Rolle, 88 % befürchten Einschränkungen in der staatlichen Gesundheitsvorsorge und die Angst vor Immobilität und Unselbständigkeit im Alter ist omnipräsent. Das ergibt eine aktuelle, repräsentative Umfrage zum Thema „Wertigkeit der Gesundheit in Österreich“, durchgeführt durch das market Institut im Auftrag von Revital Aspach.

 

Wenig überraschend wird die Gesundheit mit zunehmenden Lebensjahren ein immer wichtigerer Faktor. Mit dem Alter steigt auch die Auseinandersetzung mit der persönlichen Gesundheitsvorsorge. Während dies für 78 % der 25-39-Jährigen ein Thema ist, beschäftigen sich 88 % der 60-75-Jährigen stark bzw. sehr stark mit der Vorsorge für die eigene Gesundheit. „Das Bewusstsein für die eigene Gesundheit ist über alle Altersklassen hinweg ein relevanter Aspekt. Überlegungen in Richtung gesicherter Lebensabend (68 %), Leistbarkeit des Gesundheitswesens (68 %) sowie Zwei-Klassen-Medizin (56 %) nehmen aber im Alter zu“, erklärt Prof. Dr. Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer des market Instituts. Mehr als jeder zweite Österreicher fragt sich, ob es in Zukunft eine Zwei-Klassen-Medizin geben wird, bei den 60-75-Jährigen sind es 65 %.

 

 


Knapp drei Viertel fühlt sich nicht völlig gesund:

Verspannungen und Rückenprobleme als häufigste Beschwerden

Ob Schreibtischtäter, Pflegekraft, Installateur oder Pensionist - Die Mehrheit der Österreicher, nämlich 71 %, fühlt sich derzeit nicht ganz gesund. Der Großteil (40 %) klagt über vorübergehende, leichte Beeinträchtigungen. Hier zeichnet sich jedoch ein deutlicher Unterschied zwischen den Altersklassen ab: Während sich bei den 25-39-Jährigen 41 % als völlig gesund einschätzen, tun dies nur 14 % der 60-75-Jährigen. Jeder Zweite dieser Altersgruppe verweist auf leichte, vorübergehende Beeinträchtigungen (46°%), jeder Dritte fühlt sich gesund trotz geringer Dauerbeeinträchtigungen. Auffallend viele 40-49-Jährige (12 %) fühlen sich ausgebrannt und energielos.

 

Die gesundheitlichen Beschwerden sind vielfältig: Von den Personen mit leichten, chronischen gesundheitlichen Problemen, kämpft jeder Zweite mit Nacken-, Rücken-, und Bandscheibenproblemen (55 %). Auf Platz zwei liegen Schwierigkeiten mit dem Bewegungsapparat, wie mit Knochen und Gelenken (48 %), auf Platz drei findet sich Übergewicht (44 %). Auch Bluthoch- bzw. –niederdruck (30 %) sowie mangelnde Belastbarkeit (25 %) zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen der Österreicher. „Stundenlanges Sitzen am Computer und zu wenig Bewegung sind Hauptverursacher für Rücken- bzw. Nackenschmerzen und Bandscheibenprobleme. Die stetig wachsenden Ansprüche an Arbeitnehmer führen auch zu einer steigenden Anzahl an Patienten die geistig erschöpft sind und nicht mehr abschalten können“, so Dr. Günther Beck, Geschäftsführer Revital Aspach.

 

 


Was tun die Österreicher für ihre Gesundheit?

Dass mehr Bewegung und gesunde Ernährung zu einem langen und glücklichen Leben beitragen können, ist altbekannt. Konkret nach den Aktivitäten für die persönliche Gesundheit gefragt, gibt die Mehrheit der Bevölkerung an, nicht zu rauchen und grundsätzlich über eine positive Lebenseinstellung zu verfügen (jeweils 68 %). Weiters geben Herr und Frau Österreicher an, Hobbies auszuüben, die ihnen gut tun (48 %) und wenig Alkohol zu trinken (45 %). Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind für 40 % der Österreicher wichtig, knapp jeder Dritte versucht sich gesund zu ernähren. Auch hier gilt wieder: Je älter die Bevölkerung, umso stärker wird auf Voruntersuchungen Wert gelegt. „Die Studie zeigt, dass von den 25-39-Jährigen nur gut jeder Vierte regelmäßig zum Arzt geht, bei den 60-75-Jährigen ist es jeder Zweite. Genau bei diesem Denkmuster – ‚ich bin jung, ich benötige noch keine Vorsorge‘ – muss die Gesundheitspolitik aber auch der Hausarzt ansetzen“, betont Dr. Beck.

 

Das bekannte Ost-/Westgefälle kristallisiert sich auch in puncto Gesundheitsaktivitäten heraus: Während der Großteil der Westösterreicher nicht rauchen (80 %), eine positive Lebenseinstellung haben (71 %) regelmäßig zur Vorsorge gehen (46 %) und regelmäßig Sport betreibt (48 %), nehmen es die Ostösterreicher weniger genau: nicht rauchen und positive Lebenseinstellung geben jeweils 66 % an, zur Vorsorge gehen 38 % und regelmäßiger Sport ist für 35 % der Ostösterreicher wichtig.**)

 

Überdies zeichnet sich eine eindeutige Relation zwischen Gesundheitszustand, positiver Lebenseinstellung und sportlicher Betätigung ab, beschreibt Dr. Beutelmeyer: „Personen deren Gesundheitszustand nicht so gut ist, haben eine weniger positive Lebenseinstellung, machen zu wenig Sport, nehmen zu viele Medikamente und ernähren sich nicht gesund.“ Das bedeutet, Menschen mit Dauerbeeinträchtigung unternehmen am wenigsten für ihre eigene Gesundheit: Nur jeder Fünfte dieser Gruppe ernährt sich gesund, versucht die Einnahme von Medikamenten zu vermeiden und achtet auf seine Figur. Nur jeder Dritte macht regelmäßig Sport.

 

Kranke werden sich der Wichtigkeit ihrer Gesundheit wieder bewusst

Bei den Menschen die sich selbst als „nicht gesund“ einstufen, steigt erstaunlicherweise das Bewusstsein für Bewegung und regelmäßige Besuche beim Physiotherapeuten oder Masseur wieder. Für Dr. Beck leider typisch für die Patienten der heutigen Zeit: „Erst wenn der Österreicher nicht mehr gesund ist, denkt er an regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, an Bewegung und was ihm gut tut. Im stressigen Alltag werden die Zeichen des Körpers oft viel zu lange weggeschoben und die Gesundheit als Selbstverständlichkeit angesehen.“

 

Laut Studie ist das den Österreichern aber durchaus bewusst: 43 % sehen in puncto Sport klaren Verbesserungsbedarf, jeder Dritte hat ein schlechtes Gewissen bei Lebensmitteln die Zucker oder Weißmehl enthalten. „Auf die Figur achten“ (31 %) und „sich gesund ernähren“ (29 %) sind weitere Aktivitäten, bei denen die Österreicher persönlich mehr tun sollten.

 

Die größten Gesundheitssünden:

Drei Viertel der Österreicher sind Naschkatzen

Selbst wenn man es oft besser wüsste, nicht immer geht man bestmöglich mit der eigenen Gesundheit um. Die größte Versuchung der Österreicher ist laut Studie Süßes, dem 77 % nicht wider-stehen können. 74 % sind sich durchaus bewusst, sie sollten mehr Bewegung in den Alltag integrieren, 68% essen manchmal zu schwer und zu viel und ebenso viele nehmen sich zu wenig Zeit für sich selbst. „Erstaunlich hierbei ist, dass sich die ältere Generation nur bedingt in den Aussagen wiederfindet, am ehesten sehen sie einen Bedarf in Bewegung, also sie wissen, dass sie zu wenig Sport betreiben“, analysiert Dr. Beutelmeyer.

 

Ein Großteil gibt die Verantwortung für die eigene Gesundheit an Ärzte ab

Doch von wem erwarten sich die Österreicher eigentlich, dass sie in Sachen Gesundheitsvorsorge unterstützt werden? Laut aktueller Umfrage sieht fast jeder zweite Österreicher die Mitverantwortung beim Hausarzt. Genauer gesagt, setzen 47°% die Unterstützung des Arztes voraus. „43 % sind überzeugt, dass sie für Ihre Gesundheit ausschließlich selbst verantwortlich sind. Näher betrachtet sind vor allem ältere Bevölkerungsgruppen dieser Meinung“, erläutert Beutelmeyer. Je jünger die Befragten, desto eher wird diese Verantwortung in Richtung Haus- und Fachärzte abgegeben.

 

 

 

Auch hier ist der Unterschied zwischen West- und Ostösterreich spürbar. Während in Westösterreich 41 % der Befragten den Hausarzt für die eigene Gesundheit mitverantwortlich machen, sind es in Ostösterreich 49 % (Werte Oberösterreich 49 %, Wien 55 %). Jeder Zweite Westösterreicher (48 %) ist davon überzeugt, für seine Gesundheit ausschließlich selbst verantwortlich zu sein, bei den Oberösterreichern trifft dies auf 40 % zu. Bei den Ostösterreichern sind es 42%, wobei hier Wien mit 34 % deutlich heraussticht.

 

„Diese Entwicklung zeigt uns einmal mehr, dass nicht nur der Patient selbst, sondern auch die Ärzte gefordert sind. Vorsorge muss unabhängig von Alter und Gesundheitszustand Thema sein“, bekräftigt Dr. Beck.

 

Ängste und Sorgen der Österreicher:

89 % haben große Angst vor Immobilität und Unselbstständigkeit im Alter

Ihre gesundheitliche Zukunft sehen viele Österreicher nicht sehr rosig: Über alle Altersgruppen hinweg bereiten gesundheitliche Probleme im Alter das größte Kopfzerbrechen. Eine schwere Erkrankung, Unselbstständigkeit oder gar Pflegefall (jeweils 89 %) sind die größten Ängste der Öster-reicher. Auch der Gedanke an Demenz zu erkranken (84 %) oder an eine Zwei-Klassen-Medizin (83 %) beschäftigt die Österreicher. „In der Jugend und im Erwachsenenalter denkt man viel zu selten an den Gesundheitszustand im Alter. Dabei kann man durch regelmäßige Bewegung und gezielte Therapien und Untersuchungen dem Großteil der Probleme im Alter Einhalt gebieten“, informiert Dr. Beck.

 

Junge fürchten Einschränkungen in der staatlichen Gesundheitsvorsorge

Was die Entwicklung der österreichischen Gesundheitsvorsorge betrifft, sind 88 % der Befragten überzeugt, dass es zu Einschränkungen kommen wird. Vor allem in der Altersgruppe der 25-49-Jährigen sind die Befürchtungen am größten. Konkret denken die Österreicher hier an einen höhe-ren Selbstbehalt bei Kur- und Reha-Aufenthalten (74 %), dass der Arzt weniger Zeit für Patienten hat (72 %), dass Kuren schwieriger bewilligt werden und es zu längeren Wartezeiten kommen wird (66 %).

 

 

 

60 % der Österreicher wären stark bzw. sehr stark durch diese Einschränkungen im staatlichen Gesundheitswesen betroffen. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigt, dass dies mehr Frauen (64 %) als Männer (54 %) treffen würde. „Vor allem Personen mit niedrigerem Einkommen, die nicht gesund sind, werden Hauptbetroffene von zukünftigen Einschränkungen im Gesundheitssystem sein“, erklärt Dr. Beutelmeyer.

 

Entwicklungsmöglichkeiten für das österreichische Gesundheitssystem

Mehr Investition in Prävention, mehr naturheilmedizinische Ansätze

Befragt nach Verbesserungsmöglichkeiten für das bestehende Gesundheitssystem geben 92 % der Österreicher an, dass eine Ernährungs- und Bewegungsschule von klein auf sehr wichtig bzw. wichtig wäre. „Das Bewusstsein für gesundes Essen und regelmäßige Bewegung muss bereits im Kindes-alter aufgebaut werden. Das sind die besten Voraussetzungen für einen aktiven Lebensstil“, ergänzt Dr. Günther Beck. Mehr als drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass mehr in die Prävention investiert werden sollte, um das Gesundheitssystem nachhaltig abzusichern. 69 % erachten ne-ben der Schulmedizin auch Naturheilverfahren als wichtig, diese sollten für 65 % auch über die Sozialversicherung verrechenbar sein. Das kann Dr. Beck bestätigen: „Je mehr in Prävention investiert wird, desto weniger Ausgaben fallen im Alter für Therapien an. Auch die ganzheitliche Behandlung gewinnt immer mehr an Bedeutung.“

 

 

 

 


 

Dokumentation der Umfrage B1575:

Online Interviews unter n=812 Personen repräsentativ für Österreich zwischen 25 und 75 Jahren. Umfragezeitraum 19.12. bis 27.12.2017, durchgeführt für Revital Aspach.




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Ihre Ansprechperson

Prok. Birgit Starmayr
Institutsvorstand von market