Frage der Woche: Österreich klar gegen Genmanipulation am Menschen

Der Aufschrei, der rund um die Welt ging, war groß in den letzten Tagen. Chinesische Wissenschafter haben erstmals (?) ein vieldiskutiertes Tabu der Menschheit gebrochen und bei Embryos vor ihrer Geburt genetische Manipulationen vorgenommen. market ging anlässlich dieses medizinischen Meilensteins der Frage nach, wie die Österreicherinnen und Österreicher in Bezug auf eine Genmanipulation am Menschen ticken. Die Ergebnisse könnten eindeutiger nicht sein.

 

Zunächst zeigt sich, dass das Thema und die damit verbundene mediale Aufregung uns offenkundig auf dem falschen Fuß erwischt hat. Nur rund ein Drittel bekundet in diesem Zusammenhang eine gewisse Informationsbasis, kaum jemand zeigt sich gar sehr informiert über das Thema der menschlichen Genmanipulation. Vielmehr herrscht klares Unwissen – und das u.a. auch quer durch alle Altersschichten. Explizit zwei Drittel geben sich in der Erhebung wenig oder gar nicht informiert und legen damit den Boden für ein erhöhtes Maß an Verunsicherung.

 

Rund 90 Prozent äußern Bedenken zum Eingriff in die menschliche DNA!

 

Diese klare Distanz bestätigt sich auch beim persönlichen Zugang zum Thema. Mehr als jeder Zweite findet, man solle nicht „Gott spielen“ und hat in der Folge ein sehr negatives Bild über die aktuellen Geschehnisse in der Forschung. Ein weiteres Drittel fühlt sich zumindest unwohl bei derartigen Gedanken, dass in Zukunft weitere Eingriffe in die menschliche DNA vorgenommen werden könnten. Damit äußern rund 9 von 10 klare Kritik und haben Bedenken in diesem Zusammenhang. Während Ältere ab 50 Jahren ihre Zurückhaltung deutlich rigoroser kundtun, findet sich unter den Jüngeren (bis 29 Jahre) zumindest ein Fünftel, das an diesen neuen Möglichkeiten durchwegs auch Positives erkennen kann. Wenngleich auch hier gilt, dass eine wirkliche Chance für die Menschheit bei den chinesischen Sensationsmeldungen so gut wie keiner wahrnehmen will.

 

Folge daraus ist der deutliche Wunsch nach härteren Gesetzen für Genmanipulationen

 

Ein ähnliches Bild ergibt sich schließlich auch für die Frage nach härteren und strengeren Gesetzen bzw. Strafen im Falle vergleichbarer Eingriffe in den genetischen Code. Wiederum knapp 90 Prozent sprechen sich an dieser Stelle für eine Schärfung der Gesetze aus, jeder Zweite wünscht auf jeden Fall eine stärkere Reglementierung. Dabei manifestiert sich die Kritik der Älteren wieder besonders deutlich: Befragte ab 50 Jahre fordern bereits zu 60 Prozent eine zunehmende externe Kontrolle, während dies bei den Jüngeren nur zu einem Drittel der Fall ist.

 

Bleibt abzuwarten, ob China – sofern sich nicht überhaupt alles nur als Fake-News herausstellt – mit diesem Tabubruch nur ein Strohfeuer entzündet oder aber einen gewaltigen Stein ins Rollen gebracht hat, der unser aller Leben nachhaltig verändern wird.


Dokumentation der Umfrage MA840:

n=795 Online Interviews unter der österreichischen Bevölkerung ab 16 Jahren

Erhebungszeitraum: Dezember 2018, maximale statistische Schwankungsbreite bei n=795 +/- 3,55 Prozent

 

 

 

 

 

Auch diese Woche führen wir wieder eine interessante Kurz-Umfrage durch:

 

Dieses Mal geht es um das Thema "Glaube an die Homöopathie".

 

Zur aktuellen Befragung geht's hier.

 

 

 

PS: Haben Sie selbst aktuelle Themen und Fragen, die Sie immer schon mal beantwortet haben wollten? Dann senden Sie uns bitte Ihre Vorschläge an research@market.at, vielleicht stellen wir sie schon bei unserer nächste Newsletter-Umfrage!




Bei Interesse an unserer Studie oder bei diversen Fragen stehen wir gerne und jederzeit zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Ihre Ansprechperson

Mag. Stefan Anzinger
Senior-Researcher