EU Kompetenz der österreichischen Spitzenkandidaten

Die Nummer eins der ÖVP, Othmar Karas, hat derzeit in Sachen Europa-Know-how klar die Nase vorn. Das zeigt eine Umfrage für das Wirtschaftsmagazin Trend.

 

Auf Othmar Karas zu verzichten, hieße auf Europa Kompetenz zu verzichten – diese Erkenntnis dürfte auch Sebastian Kurz gedämmert haben. Deshalb hat der Kanzler den langjährigen EU-Parlamentarier, parteiintern wegen seiner FPÖ-kritischen Linie umstritten, zur Nummer eins der ÖVP-Liste bei den EU-Wahlen im Mai gemacht. Dass diese Entscheidung richtig war und damit eine gute Wahl getroffen wurde, bestätigt eine aktuelle österreichweite Bevölkerungsumfrage:

Othmar Karas ist im Umfeld der anderen Spitzenkandidaten der bekannteste Politiker, und mit Abstand jener Politiker, dem man die höchste Europa-Kompetenz zuspricht. Erst mit Abstand folgen Johannes Voggenhuber und Werner Kogler, etwa gleichauf mit Andreas Schieder. Diese können sich auch bekanntheitstechnisch noch nicht so etablieren wie es Othmar Karas vorgibt. Claudia Gamon von den Neos ist derzeit noch kaum bekannt. FPÖ-Haudrauf Harald Vilimsky kennen zwei Drittel der Österreicher, er wird allerdings als wenig europäisch wahrgenommen.

 

Gefragt nach der voraussichtlichen Wahlbeteiligung gehen derzeit 53% der Österreicher davon aus, dass sie ganz sicher zur EU Wahl im Mai gehen werden. Wenn diese 53% tatsächlich zur Wahl gehen, wäre das gegenüber der letzten Wahlbeteiligung 2014 eine Steigerung von 8 Punkten. Allerdings lagen die Umfragewerte auch vor fünf Jahren wenige Wochen vor der Wahl auf dem jetzigen Niveau.

 

Spannend ist auch die hohe Zustimmung zu einem vereinten Europa. Nur 13 bzw. 15 Prozent der Österreicher glauben, dass eine Stand-alone-Lösung bzw. eine Allianz zwischen den starken Staaten besser ist als die bisherige Lösung, der Brexit scheint seine Wirkung zu zeigen.

 


Dokumentation der Umfrage MA842:

n=403 Online Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung,

Maximale statistische Schwankungsbreite bei n=403 +/- 4,98 Prozent

Erhebungszeitraum: 25. bis 26. Jänner 2019,