Was den ÖsterreichInnen 2020 Angst macht

Angst geht um im Land. Wiewohl die Ansteckungsgefahr von Covid 19 für tägliche Schlagzeilen sorgt, fürchten sich aktuell die ÖsterreicherInnen vor anderen Themen deutlich mehr.

 

Befürchtungen für den eigenen Lebensabend und existentielle Ängste belasten das Gemüt der ÖsterreicherInnen sehr. Eine schwere Krankheit oder dass man im Alter zum Pflegefall wird sind die zentralen Urängste unserer Gesellschaft. Beide gesellschaftlichen Kernängste korrelieren mit dem Alter: Im Alterssegment der über 50jährigen sind das die dominanten Zukunftsängste.

 

Gleich dahinter folgt die tiefe Sorge vor Verlust des Arbeitsplatzes. Das Gespenst der Arbeitslosigkeit beschäftigt vor allem Frauen, die ganz Jungen (unter 30 Jahren) sowie jene, die über 50 sind und die letzte berufliche Dekade zu bewältigen haben. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust wird zunehmende Betroffenheit auslösen, weil die Corona-Lock-Down Auswirkungen erst jetzt, im Winter, auf die Wirtschaft kräftig durchschlagen werden.

 

Die Corona Angst liegt überraschenderweise eher weiter hinten im Sorgenspektrum der Österreicher. Projektiv gefragt, ob man sich um seine Familie Covid 19 Ansteckungsängste macht, sind 41 Prozent der ÖsterreicherInnen sensibilisiert. Konkret auf eine mögliche persönliche Erkrankung angesprochen, sackt der Umfragewert auf 27 Prozent ab (Personen, die sich vor einer schweren Grippe oder Viruserkrankung fürchten). Corona-Angst und Lebensalter stehen im engen Zusammenhang: Die unter 50jährigen haben kaum Angst vor einer Corona-Ansteckung.

 

Vieles macht derzeit mehr Angst als die Corona-Thematik?

 

Das waren z.B. der unkontrollierte Ausländerzuzug, die erhebliche Unsicherheit, was uns im Alter als Lebensstandard erwartet, das sinkende Lebenseinkommen und die Zukunftssicherheit der Kinder. Offenkundig sind derzeit Lebensstandard-Sorgen, also kurz- und langfristige wirtschaftliche Sorgen deutlich stärker ausgeprägt als Corona-Ängste. Die Bedrohung durch Naturkatastrophen folgt erst im Mittelfeld, im Umfeld von Einbruch und Diebstahl, Terrorismus sowie der Angst vor finanziellem Ruin. Verkehrsunfall und Stress liegen in der Bedrohungswahrnehmung ziemlich gleich auf, sind aber derzeit ebenfalls kein gesellschaftliches Megathema.

 

Einen Reaktorunglück oder einen Überfall halten die ÖsterreicherInnen für wenig wahrscheinlich. Dass Covid-19 unsere Urlaubsplanung erneut über den Haufen wirft, macht der Gesellschaft ebenfalls keinen psychischen Stress. Nur verständlich, dass sich derzeit auch fast niemand von einer Flugzeugentführung oder einem Flugzeugabsturz bedroht fühlt, schließlich zwingt Corona die Airlines auf dem Boden zu bleiben.

 





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Prof. Dr. Werner Beutelmeyer
Institutsvorstand und Geschäftsführer