Warum wir uns nicht verstanden fühlen!

Der Soziologe George H. Mead ging in seiner Kommunikationstheorie davon aus, dass Worte wie Symbole zu verstehen sind, weil sie stellvertretend für etwas stehen. Wenn die Bedeutung der Symbole für Personen weitgehend übereinstimmen, – das sind dann signifikante Symbole - dann benutzt man nicht nur dieselben Worte, sondern spricht auch vom Selben.

 

Wir haben 23 Begriffe aus dem Alltag und kontextfrei genommen, und wollten wissen, wie diese interpretiert werden und haben uns dabei allein nur auf das Gefühlsempfinden konzentriert. Wird der Begriff positiv oder negativ aufgefasst? Und siehe da: Bei der Verwendung von Wörtern sollten wir bedenken, dass diese beim Empfänger womöglich Anderes auslösen.

 

Weitgehende Übereinstimmung (vermutlich wenig überraschend) gibt es bei den Wörtern treu und gerecht. Das Modewort nachhaltig ist nach Mead ebenfalls ein signifikantes Symbol sein. Von Ehe sprechend, bringt in der Regel positives, wobei hier verheiratete Personen diesen Begriffe deutlich positiver sehen (gerade weil betroffen oder dennoch?). Begriffe, die eine tendenzielle aber nicht stark ausgeprägte positive Konnotation haben, sind etwa Abwechslung, Herausforderung, Flexibilität oder Karriere. Spannend: Die Bewertung von Herausforderung wird mit zunehmendem Alter positiver.

 

 

Neutral werden überwiegend ganzheitlich oder Challenge gesehen. Auch Unterbrechung, wobei hier häufig negative Emotionen enthalten sind. Wird Feminismus von Männern und Frauen unterschiedlich bewertet? Ja. Aber: Während Männer in leichter Tendenz eher negativ bewerten, ist der Anteil bei Frauen die positiv bzw. negativ bewerten lediglich gleich groß. Wenngleich die Bewertung für negativ besetzte Begriffe wie Stress oder fanatisch negativ zu erwarten war, wird dennoch sichtbar, dass 26 bzw. 42 Prozent diese Ansicht nicht teilen (positiv oder neutrale Bewertung).