Vom Arbeitstier zum Therapiepferd

Die moderne urbane Gesellschaft entwickelt zunehmend Begeisterung für die Natur. Dieses Wiederentdecken der Natur bedeutet aber nicht gleichsam automatisch, dass sich auch das Wissen im Zusammenhang mit der Natur erhöht. Im Gegenteil: das praktische Erfahrungswissen nimmt rasant ab. In diesem Gesamtkontext entwickelt sich eine neue Werthaltung den Tieren gegenüber. Die neue Haltung signalisiert die "Vermenschlichung" der Tierwelt. Eine Zeitreihenanalyse zeigt dies beispielhaft beim Abfragekriterium " Tiere haben eine Seele". Innerhalb von gut einem Jahrzehnt hat sich diese Meinung von 46 Prozent auf 82 Prozent beachtlich erhöht. Haustiere, oftmals Kuscheltiere und Nutztiere aus der Werbung prägen das Bild der Tierwelt. Pferde liegen im Mittelfeld des "tierischen Interesses" der Österreicher. 41 Prozent aller Österreicher stufen Pferde als generell Interessant ein. Nahezu jeder zweite Befragte (48 Prozent) beurteilt seinen Informationsstand über Pferde als sehr gut oder zumindest gut ein.

 

 

Die Mensch-Pferde Beziehung wird als eine besondere Verbindung eingestuft. Dazu gesellt sich das eindrucksvolle Aussehen, die Kraft und die hohe Statuswirkung von Pferden. Charakteristisch ist das soziale Wesen der Pferde, ihre Menschenfreundlichkeit sowie die Verkörperung von Freiheit und Mut. Die Fähigkeit zur Arbeitsleistung ist in den Hintergrund gerückt. Dies bestätigt sich auch in der Abfrage der Einsatzmöglichkeiten für Pferde.

 

 

Die Aufgaben bzw. Nutzungsmöglichkeiten der Pferde sind vielfältig, allerdings dominiert das "Therapiepferd" als besonders wünschenswerter Einsatz. Das "Arbeitspferd" ist vergleichsweise gering verankert. Die Kategorie "Zirkuspferd" markiert das Ende der Abfrage mit einem äußert geringen Prozentwert (5 Prozent).

 

 

Das Bild vom Pferdehalter gipfelt in der besonderen Kompetenz gut mit Tieren umgehen zu können. Darüber hinaus ist er überdurchschnittlich naturaffin, sehr sympathisch und macht etwas Sinnvolles. Verständlich, dass knapp jeder vierte gerne selber den Umgang mit Pferden und das Reiten beherrschen möchte.

 

 

Dokumentation der Umfrage MA766: n=440 Online Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren Erhebungszeitraum: 22. bis 25. Jänner 2015; max. stat. Schwankungsbreite +/- 5,00%





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Ihre Ansprechperson

Prof. Dr. Werner Beutelmeyer
Institutsvorstand und Geschäftsführer