Stimmungshoch in Österreich durch die EURO 2016

In wenigen Tagen ist es wieder soweit. Einen Monat lang rollt der Ball durch die Stadien und die Welt blickt gespannt auf die Fußballeuropameisterschaft in Frankreich. Mitten drin statt nur dabei: Österreichs Nationalteam, das eine sensationelle Qualifikation gespielt hat und in der Folge vereinzelt auch als Geheimfavorit auf den Titel gilt. Inwieweit hebt nun diese erstmalig aus eigenen Stücken erreichte EM-Teilnahme – abseits von Erwartungshaltungen und Terrorangst – die Stimmung in unserem Land? Und schaffen es unsere Fußballer, die aufgrund jüngster Wahlresultate vermeintlich gespaltene Gesellschaft durch Spielwitz und Torerfolge wieder zu vereinen?

 

market liefert dazu einen brandaktuellen Stimmungscheck und zeigt, dass sich die heimische EM-Euphorie auch durch die letzten Testspielergebnisse kaum bremsen lässt. Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen zunächst die mehr als 50 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, die der kommenden Fußball-Europameisterschaft mit großem Interesse entgegen blicken. Damit liegen die Werte – nach der etwas verhaltenen Endrunde 2012 – wieder in etwa auf dem Niveau der Heim-EURO von 2008. In diesem Zusammenhang muss allerdings auch auf eine wieder stärkere Diskrepanz zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht werden, die zuletzt in dieser Höhe nicht bekannt war. Immerhin knapp ein Drittel der Frauen können der kommenden Großveranstaltung persönlich gar nichts abgewinnen.

 

 

Das Nationalteam wird uns würdig vertreten und erreicht zumindest das Achtelfinale Rund die Hälfte geht davon aus, dass – unabhängig von der tatsächlichen Platzierung – Österreich die durchwegs hohen Erwartungen erfüllt und zumindest die Vorrunde übersteht, wobei jeder Zehnte dem neuen Wunderteam auch eine faustdicke Überraschung – in Worten: Finale oder Halbfinale – zutraut. Auch wenn dabei die Erwartungshaltungen letztlich verstärkt vom generellen Interesse an der EM abhängen. Einig ist man sich in einem Punkt: gänzlich enttäuschen wird Österreich nicht bei dieser Europameisterschaft.

 

 

Es geht ein positiver Ruck durchs Land!

 

Damit wird auch gut der einhellige Tenor während der EURO 2016 in unserem Land beschrieben. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung erwartet (zumindest während der Spiele) ein Stimmungshoch und einen positiven Ruck in unserem Land, was insbesondere nach den innen- und außenpolitischen Krisen und medial bekundeten Spaltungstendenzen in der Gesellschaft sicher nicht schaden wird. Besonders spannend und erfreulich dabei: man macht einen derartigen Optimismus kaum vom Abschneiden des Nationalteams abhängig, sondern verknüpft diese Einschätzungen eher an einen generell wieder erstarkten Stolz auf unsere Kicker. Etwas, das man in der Prä-Koller-Ära kaum für möglich gehalten hat.

 

 

Daran haben letztlich auch die beiden letzten – durchwegs mäßigen – Testspiele gegen Malta und die Niederlande kaum etwas geändert. Zwar ortet knapp ein Drittel anhand der zuletzt gezeigten Leistungen eine mögliche Einschränkung für die EM-Begeisterung im Lande, für mehr als die Hälfte haben diese Spiele aber kaum etwas an der sehr positiven Grundhaltung gegenüber dem Nationalteam und der euphorischen Vorfreude auf das Turnier geändert.

 

 

Klar ist aber: wenn Österreich am 14. Juni beim EM-Auftakt gegen Ungarn eine ähnlich verbesserungswürdige Vorstellung abgibt oder vielleicht sogar verlieren sollte, werden rasch andere Themen wieder in den Vordergrund der tagesaktuellen Aufmerksamkeit rücken. Hoffen wir somit das Beste. Ach ja, Europameister wird es bei diesem Turnier auch einen geben. Geht es nach den befragten Österreicherinnen und Österreichern, wird es Deutschland. Gut so, denn auch diesem Land (und der dortigen Bundesregierung) schadet ein gesellschaftliches Stimmungshoch sicher nicht.

 

Dokumentation der Umfrage MA778: n=450 Online Interviews unter der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren Erhebungszeitraum: 6. bis 7. Juni 2016, maximale statistische Schwankungsbreite bei n=450 +/- 4,71 Prozent





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Ihre Ansprechperson

Mag. Stefan Anzinger
Senior-Researcher