Gesundheit 2016 - Gesundheitsprobleme nehmen zu

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne sie ist alles nichts“. Dieses Zitat nach A. Schopenhauer zeigt wohl, welchen zentralen Stellenwert das Thema Gesundheit im Leben der Menschen einnimmt. Doch wie sieht es mit der Gesundheit der ÖsterreicherInnen aus? Von welchen körperlichen - und vor allem auch psychischen - Beschwerden fühlen sie sich beeinträchtigt bzw. welche Faktoren der heutigen Zeit wirken sich belastend auf Österreichs psychische Gesundheit aus? Diesen und vielen weiteren Fragen ging market in der groß angelegten „Gesundheitsstudie 2016“ nach.

 

 

Zu Beginn sei festgehalten, dass sich im Jahr 2016 sehr geringe 8 Prozent der ÖsterreicherInnen nach eigenen Angaben ausgezeichnet und gänzlich ohne gesundheitliche Probleme fühlen. Interessant erscheint dabei, dass dieser „es geht mir ausgezeichnet“-Wert im Jahr 2013 noch bei 14 Prozent lag und sich von 2013 bis 2016 demnach beinahe halbiert hat. Umgekehrt nahmen die Gesundheitsprobleme seit 2013 offensichtlich deutlich zu. So gaben 2016 27 Prozent der Befragten an, sich gesundheitlich weniger gut (23 Prozent) bzw. schlecht (4 Prozent) zu fühlen, während diese Werte im Jahr 2013 bei 20 Prozent lagen. Die verbleibenden 65 Prozent der Befragten würden Ihren Gesundheitszustand selbst als gut – nur mit gelegentlichen kleinen Beschwerden – beschreiben. Das Verhältnis der Geschlechter ist hinsichtlich der Beschreibung der eigenen Gesundheit als ausgeglichen zu bezeichnen; das bedeutet, dass es einschätzungsmäßig nur unerhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Die Faktoren Alter und Bildung verändern die Einschätzung der eigenen Gesundheit jedoch merklich. So gaben in der Gruppe der 16- bis 29jährigen 87 Prozent der Befragten an, sich ausgezeichnet oder gut zu fühlen, in der Gruppe der 50- bis 59jährigen deutlich geringere 59 Prozent. Ähnlich wie das Alter verändert auch der Faktor Bildung die Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes. So fühlen sich 81 Prozent der Hochgebildeten nach eigenen Angaben ausgezeichnet (11 Prozent) oder gut (70 Prozent), während dieser Prozentteil unter den niedriger Gebildeten bei 70 Prozent liegt.

 

 

Welche körperlichen Gesundheitsprobleme bzw. körperlichen Beschwerden sind es nun, die den österreichischen Landsleuten besonders zu schaffen machen? Die im Rahmen der „Gesundheitsstudie 2016“ am häufigsten genannten körperlichen Beschwerden sind, wie bereits im Jahr 2013, Rückenprobleme bzw. Probleme mit der Wirbelsäule oder den Bandscheiben (47 Prozent) sowie Probleme mit dem Bewegungsapparat (38 Prozent) - also körperliche Gesundheitsprobleme die man zusammenfassend als Symptome einer „Bewegungsvermeidungsgesellschaft“ bezeichnen kann. Probleme mit Übergewicht machen 41 Prozent der ÖsterreicherInnen zu schaffen. Über Probleme mit dem Blutdruck, Probleme mit der Haut, Allergien und Verdauungsprobleme klagen zwischen rd. 15 Prozent bis rd. 25 Prozent der befragten Personen. Von häufigen Erkältungen fühlen sich eher geringe 4 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen betroffen.

 

 

Obwohl das Thema seelische Gesundheit heute vermehrt thematisiert wird, gilt das Rundherum um die Psyche noch immer als Tabuthema. Dennoch - oder vielleicht auch gerade deshalb - stellte market im Rahmen der „Gesundheitsstudie 2016“ erstmals eine eigene Frage, die sich ganz konkret mit den psychischen Beschwerden der ÖsterreicherInnen befasste. Dazu ist festzuhalten, dass sich jene 92 Prozent der ÖsterreicherInnen, die ihren Gesundheitszustand nicht als ausgezeichnet beschreiben, psychisch vor allem von dem Gefühl zu wenig Energie zu haben (29 Prozent), von Schlafstörungen (27 Prozent) und von mangelnder Vitalität bzw. Antriebslosigkeit (22 Prozent) belastet fühlen. Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit, Adipositas, mangelnde Belastbarkeit und Depressionen machen rd. 15 Prozent bis rd. 20 Prozent der Probanden zu schaffen. Interessant: Von Angststörungen, Panikattacken und Burnout bzw. burnoutähnlichen Zuständen fühlen sich nach eigenen Angaben 10 bzw. 9 Prozent der ÖsterreicherInnen - anders ausgedrückt: rd. jeder/e zehnte Österreicher/in - betroffen.

 

 

Bezüglich der Frage, wie stark sich verschiedene Belastungsfaktoren der heutigen „High-Speed-Gesellschaft" auf die psychische Gesundheit auswirken, zeigt sich folgender Trend: gemäß der Meinung der ÖsterreicherInnen haben Mobbing am Arbeitsplatz (78 Prozent), finanzielle Probleme, Probleme in der Partnerschaft/Ehe und Leistungsdruck in der Arbeit (je 77 Prozent) sowie Arbeitslosigkeit (76 Prozent) die größten Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Hoher Zeitdruck, hohe Verantwortung für andere Personen (Kinder, pflegebedürftige Angehörige, etc), Probleme mit den Kindern sowie fehlender familiärer Zusammenhalt werden von rund 65 Prozent bis 70 Prozent der Befragten als Belastung für die Psyche angesehen. Das Gefühl, sich ständig selbst verbessern zu müssen wird von 63 Prozent der ÖsterreicherInnen als kontraproduktiv für die psychische Gesundheit erachtet. Mangelnde Anerkennung am Arbeitsplatz und mangelnde Anerkennung in der Familie/im Freundeskreis wird von 62 Prozent bzw. 55 Prozent als Belastung für die psychische Gesundheit angesehen. Denkt man nun zusammenfassend noch einmal an die genannten körperlichen und psychischen Beschwerden der ÖsterreicherInnen sowie die wahrgenommenen gesundheitlichen Belastungsfaktoren, so kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die „High-Speed-Gesellschaft“ offenkundig unter massivem Druck steht, der erhebliche Gesundheitsschäden auslöst!

 

Dokumentation der Umfrage ZM2386: Online Interviews unter n=1004 Personen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren) Erhebungszeitraum: 01.03.2016 bis 07.03.2016; Maximale statistische Schwankungsbreite bei n=1000: ± 3,16 Prozent