Gesetzeskauf ist besonders verwerflich, mehr noch als der übliche Postenschacher

Der Ibiza-Untersuchungsausschuss ist voll im Gang und es werden der Reihe nach Auskunftspersonen befragt. Die damit verbundene mediale Berichterstattung erzeugt großes Interesse in der österreichischen Bevölkerung, wobei die diesbezüglichen Meinungen je nach Parteipräferenz stark unterschiedlich sind.

 

Sechs von Zehn verfolgen den Untersuchungsausschuss zumindest manchmal und die Hälfte von diesen verfolgt die mediale Berichterstattung sogar häufig. Nur 13 Prozent geben an, die Geschehnisse rund um den Untersuchungsausschuss gar nicht zu verfolgen. Dabei zeigen sich große Unterschiede bei den Präferenten der unterschiedlichen Parteien. Am interessiertesten verfolgen SPÖ-Sympathisanten das Geschehen (54%), wohingegen nur jeder fünfte ÖVP-Präferent die Berichterstattung häufig verfolgt.

 

Auf der anderen Seite sind drei von zehn Personen, die der FPÖ nahestehen, gar nicht an der Berichterstattung über den Ibiza-Untersuchungsausschuss interessiert. Bei den anderen Parteisympathisanten ist dieser Anteil deutlich geringer, so hat kaum ein der SPÖ Nahestehender überhaupt kein Interesse.

 

 

Doch welche Parteien können den Ibiza-Untersuchungsausschuss gut für sich nutzen und welche steigen schlecht aus? Der eindeutige Verlierer ist die FPÖ, wurde sie doch bis letztes Jahr von Heinz-Christian Strache geführt, bekanntlich einer der Hauptakteure im Ibiza-Video. Sechs von zehn Österreicherinnen und Österreichern sind der Meinung, die FPÖ kommt besonders schlecht weg und kaum jemand sieht dies umgekehrt. Auch die ÖVP scheint einen Schaden davonzutragen, zumindest sehen diese halb so viele wie bei der FPÖ so.

 

Demgegenüber erwartet jeder Fünfte in Österreich, dass die Untersuchungen der SPÖ nutzen werden, etwas weniger sind diese Anteile bei den Neos gefolgt von der ÖVP und den Grünen. Immerhin Drei von Zehn sind der Meinung, dass der U-Ausschuss keiner Partei besonders gut nutzen wird. Genauso viele haben hier keine Meinung.

 

 

Und wie verwerflich ist Gesetzeskauf? Mehr als die Hälfte in Österreich ist der Meinung, dass Gesetzeskauf verwerflicher ist als der übliche Postenschacher. Besonders verwerflich ist Gesetzeskauf unter SPÖ-Präferenten, die zu drei Viertel dieser Meinung sind. Auch bei Personen, die den Grünen oder den Neos nahestehen, ist dieser Anteil nur geringfügig kleiner. Bei Sympathisanten der FPÖ wir Gesetzeskauf am wenigsten verwerflich eingestuft.

Dokumentation der Umfrage: MARKET INSTITUT, Studiennummer MT2062; n=1000 Online-Interviews; repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Gesellschaftsindikatorforschung 2020/KW27; Befragung am 29.6.-30.6. 2020





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Ihre Ansprechperson

Mag. Thomas Pargfrieder
Senior-Researcher