Geringere Bedrohungswahrnehmung von Corona, aber Vorsicht bei Konsum und Investitionen bleibt

Auch diese Woche bleibt die gesundheitliche Bedrohungswahrnehmung durch das Coronavirus auf dem niedrigen Ausgangsniveau von Ende Februar. Die wirtschaftliche Bedrohung wird zwar geringer eingeschätzt als noch vor 2 Wochen, aber nach wie vor viel gravierender als die gesundheitliche Gefahr gesehen. Und diese Erkenntnis deckt sich auch mit den geplanten Konsum- und Investitionsvorhaben von Herrn und Frau Österreicher.

 

Nach dem Höhepunkt Anfang April (KW14) konnte in den darauffolgenden Wochen eine klar geringere gesundheitliche Bedrohungseinschätzung durch das Coronavirus gemessen werden. Obwohl auch die wirtschaftliche Bedrohung – vermutlich bedingt durch die sukzessive Öffnung von Handel und Gastronomie - weniger stark eingestuft wird als noch in Ende April (KW18), so bestätigen die aktuellen Zahlen einmal mehr, dass Corona stärker als wirtschaftliche, denn als gesundheitliche Bedrohung wahrgenommen wird.

 

 

So wird der Zustand der Wirtschaft nach wie vor als kritisch eingestuft und für die Hälfte ist es derzeit wenig bis gar nicht gut um die österreichische Wirtschaft bestellt. Dieser Wert ist über die letzten drei Wochen stabil. Diese Einschätzung wird dadurch unterstrichen, dass der private Konsum auch in den nächsten 2 bis 3 Wochen gebremst bleiben wird. Nur gut jeder Zehnte möchte im Vergleich zum Vorjahr mehr konsumieren, während ein Drittel in Österreich etwas oder sogar viel weniger konsumieren wird. Diese Aussichten haben sich in den letzten drei Wochen leider kaum verbessert. Nur bei gut der Hälfte der Bevölkerung bleiben die Konsumausgaben stabil.

 

 

Noch eine Spur negativer präsentiert sich die Situation bei den anstehenden Investitionsvorhaben in privaten Haushalten. Es zeigt sich innerhalb des Personenkreises mit geplanten Investitionen, dass ein Großteil diese geplanten Vorhaben nur teilweise oder momentan gar nicht durchführen wird. Dabei hat sich die Investitionsfreudigkeit über die letzten Wochen kaum verändert. Rund ein Viertel der Österreicherinnen und Österreicher hatte ohnehin keine größeren Investitionen für das laufende Jahr geplant.

 

 

Alles in allem wird zwar die allgemeine wirtschaftliche Bedrohung durch Corona im Zeitverlauf tendenziell als geringer eingestuft. Diese Einschätzung spiegelt sich aber noch nicht im privaten Konsum bzw. bei Investitionen wider. Es bleibt also spannend, ab wann in Österreich auch die individuelle Konsum- bzw. Investitionsbereitschaft der allgemein optimistischeren Bedrohungseinschätzung folgt. Entscheidend hierfür ist vermutlich eine weiterhin so positiv verlaufende Entwicklung bei den Infektionszahlen und eine damit einhergehende weitere wirtschaftliche Öffnung im Land.

 

Dokumentation der Umfrage: MARKET INSTITUT, Studiennummer MT2075; n=1000 Online-Interviews; repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Gesellschaftsindikatorforschung 2020/KW20; Befragung am 11. Mai 2020





Bei Interesse an unserer Studie oder bei diversen Fragen stehen wir gerne und jederzeit zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Ihre Ansprechperson

Mag. Thomas Pargfrieder
Senior-Researcher