Flüchtlinge am Arbeitsmarkt: erst Deutsch, dann arbeiten!

Wichtiger als die Jobqualifikation ist die Sprachkompetenz Wie sollen die Flüchtlinge aus Syrien, Irak oder Afghanistan möglichst schnell in die Arbeitswelt integriert werden – und sollen sie davor Sozialleistungen in voller Höhe beziehen? Soll man riskieren, die ohnehin angespannte Job-Lage zusätzlich unter Druck zu bringen – oder sollen eher die Sozialsysteme weiter belastet werden?

 

Diese Fragen galt es für das Wirtschaftsmagazin Trend zu bearbeiten. Das von market regelmäßig erhobene Arbeitsplatz-Barometer zeigt aktuell so schlechte Werte wie selten zuvor: 76 Prozent schätzen es „eher schwierig“ ein, einen Arbeitsplatz zu finden, nur 8 Prozent „eher leicht“ (der Rest macht keine Angaben zu der Frage). Vor diesem Hintergrund ist der Arbeitsmarktaspekt des Flüchtlingsthemas in der Politik und an den Stammtischen eines der am heftigsten diskutierten Themen.

 

 

Wie erwarten sich die Österreicher nun die Integration von Flüchtlingen in den österreichischen Arbeitsmarkt: Tendenziell bevorzugen sie ein schnelles Andocken der Neuankömmlinge, allerdings mit deutlichen Unterschieden je nach Bildungshintergrund: Befragte mit Matura oder Uni-Abschluss, die in der Regel auch beruflich besser geschützt sind, befürworten eine zügige Integration sogar mehrheitlich. Wer einen Lehrabschluss hat, ist deutlich reservierter.

 

 

Als entscheidendes Kriterium für den richtigen Zeitpunkt erachten die Österreicher weniger die Arbeitslosenquote im Land oder den Asylstatus – sondern die Fähigkeit der Jobsuchenden, sich auf Deutsch zu verständigen. Kurz zusammengefasst „Wer die Sprachfähigkeit nachweisen kann, sollte in den Arbeitsmarkt einsteigen dürfen“. Ein Drittel würde es auch gerechtfertigt finden, dass Flüchtlinge und Zuwanderer nur jene Jobs übernehmen sollen, die die Österreicher nicht wollen.

 

 

Ebenso soll der Integrationsfortschritt eine Rolle beim Bezug von Sozialleistungen spielen, etwa bei Mindestsicherung oder Familienbeihilfe. Die Hälfte der Befragten würde diese Leistungen, gäbe es die Möglichkeit, gestaffelt nach erworbenen, zum Beispiel sprachlichen, Kompetenzen auszahlen. Nur 9 Prozent wollen Flüchtlingen und Zuwanderern ohne Zutrittsmöglichkeit zum Arbeitsmarkt Sozialleistungen in voller Höhe zuteilen, 41 Prozent sind generell für niedrigere Zuwendungen.

 

 

Dokumentation der Umfrage MA774: n=509, Online Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren Erhebungszeitraum: 21.04 - 25. April 2016, maximale statistische Schwankungsbreite n=509 +/- 5,43 Prozent  





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Ihre Ansprechperson

Prok. Birgit Starmayr
Institutsvorstand von market