Corona und kein Ende: Kein zweiter Lock-Down der Wirtschaft

Stark steigende Infektionszahlen. Neue Negativ-Rekordwerte machen bisweilen ratlos. Das Virus hat Europa fest im Griff. Dennoch: Die zweite Infektionswelle wird von der Bevölkerung deutlich anders aufgenommen, als die Situation im März und April.

 

Es will trotz intensiver und vielfach dramatischer Berichterstattung über die aktuelle Corona-Lage kein so rechtes persönliches Gesundheits-Bedrohungsgefühl aufkommen. Nur magere 6 Prozent fühlen sich derzeit sehr gesundheitlich bedroht und weitere 20 Prozent etwas. Da ist seit Monaten die wirtschaftliche Zukunftssorge tendenziell stärker ausgeprägt. 32 Prozent sehen ihre Existenz durch Corona sehr oder ziemlich gefährdet. Im Alterssegment der unter 40jährigen liegt die wirtschaftliche Zukunfts-Sorge mit 40 Prozent am allerhöchsten. Auffällig existenzsensibel ist die Bevölkerung in der Steiermark und in Kärnten. Ganz stark ausgeprägt ist derzeit die wirtschaftliche Existenzangst unter FPÖ-Wählern (mit 47 Prozent).

 

 

Die hohe Akzeptanz der von der Regierung eingeforderten Corona-Maßnahmen bröckelt inzwischen. Zwar steht immer noch die Mehrheit (53 Prozent) hinter der Corona-Politik der Bundes- und Landesregierungen, allerdings war dieser Wert auch schon deutlich höher (z.B. 70 Prozent in der KW 25). Die geringste Akzeptanz der aktuellen Corona-Politik findet sich im jüngsten Alterssegment der unter 30jährigen. Hier teilt sich das Meinungslager: 39 Prozent halten die Maßnahmen für gerechtfertigt und 38 Prozent beurteilen sie als übertrieben. Der Rest fordert mehr und stuft die aktuellen Maßnahmen als unzureichend ein.

 

Fazit: Es bröckelt die Zustimmung zu den Corona-Maßnahmen. Seit August verstärkt sich die Meinung, dass bei den Corona-Maßnahmen übertrieben wird.

 

 

Der Blick zurück auf die erste Corona-Welle im Frühjahr fällt für die Politik eher wohlwollend aus. 62 Prozent beurteilend rückblickend die Maßnahmen für gerechtfertigt. 30 Prozent sind kritisch und halten das damals strenge Lock-Down Management der ersten Welle für übertrieben. Der Vorwurf unzureichend Maßnahmen getroffen zu haben wird nur von mageren 8 Prozent zu Protokoll gegeben.

 

 

Wie soll es weitergehen? Da gibt es einen ziemlich einhelligen Wunsch: 86 Prozent der ÖsterreicherInnen wünschen sich, dass die Wirtschaft diesmal nicht heruntergefahren wird. Die Bevölkerung stemmt sich gegen einen zweiten wirtschaftlichen Lock-Down.

 

 

Dokumentation der Umfrage: MARKET INSTITUT, Studiennummer MT2092 und MT2096; jeweils n=1000 Online-Interviews; repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Gesellschaftsindikatorforschung 2020; Befragung in KW41 und 42 2020





Bei Interesse an unserer Studie oder bei diversen Fragen stehen wir gerne und jederzeit zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Ihre Ansprechperson

Prof. Dr. Werner Beutelmeyer
Institutsvorstand und Geschäftsführer