Corona- Management: Der Lack ist ab

Im Vergleich zum ersten Lockdown hat sich vieles verändert. Noch im Frühjahr war politische Geschlossenheit Ausdruck des Corona-Managements. Österreich war damals im EU-Vergleich vorne, umsetzungsstark und erfolgreich. Und die Österreicher zollten der eigenen Corona Politik großen Respekt. Jetzt bei der zweiten Welle sehen die Österreicher die Lage anders.

 

Die Frage „Hat Österreich das Corona-Virus besser, gleich gut oder schlechter im Griff als die meisten Länder der EU?“ zeigt eine riesige Ernüchterung. Im Frühjahr waren 78 Prozent der Bevölkerung überzeugt, dass es in unserem Land besser läuft als rundherum. Diese Meinung vertreten jetzt nur mehr magere 11 Prozent. Etwa jeder Zweite zollt dem österreichischen Corona-Management Durchschnittlichkeit. Jeder Vierte ist sogar der Meinung, dass es bei uns jetzt schlechter läuft in Sachen Corona-Management als in den übrigen EU-Ländern. 

„Koste es was es wolle“ generiert inzwischen eine weitere kritische Haltung der Bevölkerung: Der aktuelle Umgang mit Steuergeld im Zusammenhang mit Corona wird als nicht sparsam eingestuft. Mit anderen Worten: Es verdichtet sich das Bild in den Köpfen der Österreicher, dass mit Steuergeld bei der zweiten Corona-Welle zu wenig sorgsam umgegangen wird. Nur magere 12 Prozent attestieren der Regierung sparsamen Einsatz von Steuergeld beim Corona-Management. Jeder Zweite kritisiert Steuerverschwendung.

Auch die Transmission der von der Bundesregierung verordneten Maßnahmen in die Praxis lässt derzeit zu wünschen übrig. Dass die Maßnahmen sehr gut oder zumindest gut umgesetzt werden, vermutet nur mehr etwa jeder Vierte. Ein knappes Drittel ortet eine schlechte Umsetzung.

Noch ein sorgenvoller Blick dämpft die Erwartung für die nächsten Wochen: Rund acht von zehn Österreicher*Innen erwarten einen dritten Lockdown.

 

 

Dokumentation der Umfrage: MARKET INSTITUT, MT2108 jeweils n=1000 Online-Interviews; repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Gesellschaftsindikatorforschung 2020; Befragung in KW50 2020





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Ihre Ansprechperson

Prof. Dr. Werner Beutelmeyer
Institutsvorstand und Geschäftsführer