Corona 2: Noch geringe persönliche Bedrohungswahrnehmung

Vor vier Wochen hat das MARKET INSTITUT erstmals die Corona-Betroffenheit der österreichischen Bevölkerung erhoben. Seit dem 5. Feber hat sich einiges getan: Italien ist zum europäischen Corona-Hotspot geworden und die ersten Infektionsfälle betreffen inzwischen auch Österreich. Die aktuelle Stimmungsumfrage zeigt deutlich, dass die öffentliche Aufmerksamkeit in den letzten Wochen zugenommen hat, allerdings liegt bis dato die persönliche Ansteckungsangst auf einem erstaunlich niedrigen Niveau.

Die in Österreich von der Politik eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie sowie deren Informationsaktivitäten werden überwiegend als gerechtfertigt und positiv beurteilt.

 

Was hat sich in der Beurteilung in den letzten vier Wochen verändert? Das Interesse am hochansteckenden Virus hat sich von 57 Prozent auf 75 Prozent markant erhöht. Die Einstufung der allgemeinen Bedrohlichkeit stieg zeitgleich von 22 Prozent auf 40 Prozent an (sehr bzw. eher bedrohlich). Die persönliche Bedrohungswahrnehmung liegt auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau: Nur jeder vierte Österreicher (24 Prozent) sieht ein persönliches Risikopotential. Immerhin 76 Prozent der Bevölkerung stufen derzeit das Coronavirus für sich persönlich als kaum bis gar nicht bedrohlich ein.

 

 

Zwar spielt die gelebte Hygiene eine große Rolle bei der Übertragung, dennoch haben 56 Prozent der Österreicher ihre Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Virus (noch) nicht geändert. Ein Drittel (32 Prozent) zeigt sich hier sensitiver und aufmerksamer.

 

 

Dieses „Corona-sensitive“ Drittel findet sich auch bei der Reiseplanung. Während vor vier Wochen, also noch vor Ausbruch des Virus in Italien, nur 10 Prozent das Coronavirus in ihrer Reisplanung berücksichtigen wollten, sind das inzwischen 33 Prozent. 38 Prozent bleiben unbeeindruckt und lassen sich in ihrer Reiseplanung nicht durch das Virus beeinflussen.

 

 

Die Politik und das Virus: Zunächst wird die allgemeine Informationspolitik als ausreichend und korrekt empfunden (68 Prozent). Die bisher gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung werden ebenfalls von drei Viertel der Österreicher als gerechtfertigt eingestuft.

 

 

Bei der Schulnoten-Vergabe für das Management des Coronavirus wird die Regierung besser bewertet als die Opposition. Die beste Beurteilung in der Causa erhält Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

 

 

Wichtig für die Politik: Eine absolute Mehrheit von 54 Prozent vertritt die Meinung, dass in Österreich derzeit das Coronavirus unter Kontrolle ist. Ob diese Einschätzung hält, werden wir spätestens in vier Wochen überprüfen und veröffentlichen.

 

 

Dokumentation der Umfrage: MARKET INSTITUT, Studiennummer MT 2066 n=1000, 2. bis 4. März 2020, Gesellschaftsindikatorforschung 2020/KW 10





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Ihre Ansprechperson

Prof. Dr. Werner Beutelmeyer
Institutsvorstand und Geschäftsführer