Auswirkungen von COVID19 auf die Schwarzarbeit in Österreich

Erste Befragungsergebnisse über die wahrgenommene Auswirkung von COVID19 die Schwarzarbeit und neueste Berechnungen über eine starke Zunahme der Schattenwirtschaft um 1,8 Mrd. im Sommer 2020

 

1.) Befragungsergebnisse vom Juni 2020

Im Juni 2020 hat das Market-Institut in Zusammenarbeit mir eine erste Befragung über die wahrgenommenen Auswirkungen von Covit19 auf die Schwarzarbeit/Schattenwirtschaft/Pfusch in Österreich durchgeführt. Die wichtigsten Ergebnisse sind in den Tabellen 1 und 2 aufgeführt. Tabelle 1 zeigt ganz eindeutig, dass Frau und Herr Österreicher von wesentlich mehr Schwarzarbeit ausgehen: 44% aller Befragten (Stichprobe von 1016 Personen, älter als 16 Jahre) geben an, dass die Schwarzarbeit während der Corona-Pandemie und der dadurch ausgelösten Rezession deutlich oder etwas mehr geworden ist. Die Zunahme ist unter den 16 bis 29-jährigen mit 52% wesentlich ausgeprägter als bei den 50 Jahre und älteren mit 37%. Weiterhin wird in Ostösterreich die Zunahme des Pfuschs von 49% erwartet, während diese Zunahme in Südösterreich „nur“ 34 % erwarten. In den Klein- und Mittelstädten erwarten 59% der Befragten eine Zunahme der Schwarzarbeit; hingegen in den Landeshauptstädten und in Gemeinden bis 5.000 Einwohners „nur“ 42% dies erwarten. Abschließend ist noch in Tabelle 2 die Betroffenheit der Corona-Krise und der damit verursachten Rezession der österr. Bevölkerung dargestellt. Es zeigt sich, dass 4 von 10 Österreicherinnen von der Corona Krise betroffen sind; und hier wiederum am stärksten die 16 bis 29-jährigen mit 54%, die 30 bis 49-jährigen mit 44% schon weniger und die 50 Jahre und älteren mit 25%. am wenigsten.

 

2.) Neueste Zahlen über die Zunahme des Pfuschs im Juni/Juli 2020

Die Pandemie mit dem damit verbundenen „Lock down“ der österreichischen Wirtschaft hat bereits im Mai, Juni und Juli 2020 zu einer schweren Rezession geführt, die sicherlich bis Jahresende anhalten oder sogar noch zunehmen wird. Dadurch wird die Schattenwirtschaft (der Pfusch) in Österreich zunehmen, da viele zumindest einen Teil der Einkommensverluste durch selbst pfuschen oder im Pfusch arbeiten lassen ausgleichen werden. Somit „dient“ die Schattenwirtschaft durch aus als Puffer für sonst noch wesentlich höhere zu erwartende Einkommensverluste. Erste vorläufige Grobschätzungen ergeben für Österreich und einige Nachbarländer folgende Resultate

 

(1) Österreich: Annahme Rezession von -5%vom BIP; die Schattenwirtschaft (der Pfusch) wird von dem im Jänner 2020 berechneten Wert von 22,89 Mrd.€ bis zum Jahresende auf 24,69 Mrd.€ d.h. um 1,8 Mrd.€ ansteigen, das entspricht einem Zuwachs von 7,86 %; bzw. einer Zunahme von 5,84% des BIP (Wert von Jänner 2020) auf 6,40 % des BIP bis zum Jahresende 2020

 

(2) Österreich: Der Zuwachs der Schattenwirtschaft von 7,86 % ist seit dem Jahr 2001der stärkste von mir gemessene, nur im Jahr 2000 war er mit 8,79 % noch höher (vergleiche Figur 1).

 

(3) Österreich: Der Grund für diesen großen Anstieg liegt wesentlich im starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Kurzarbeit.

(4) Österreich: Dies sind vorläufige Grobschätzungen, die sich sicherlich noch im Laufe des Sommers und des Herbstes ändern werden. Dies ist eine vorläufige Momentaufnahme.

 

(5) Wie sieht es in einigen unserer Nachbarländer aus? Die schwere Rezession führt zu ähnlichen aber meistens zu noch stärkeren Zuwächsen in der Schattenwirtschaft:

 

6.1 Deutschland: Annahme Rezession.-7,0% vom BIP; Schattenwirtschaft; Beginn 2020: 9,10% (des BIP); Zunahme auf 10.46% (des BIP) Jahresende 2020; eine Steigerung von 14%.

6.2 Schweiz: Annahme Rezession -6% vom BIP; Schattenwirtschaft: Beginn 2020: 5,30% (des BIP); Zunahme auf 5.88% (des BIP) Jahresende 2020; eine Steigerung von 11,0%

6.3 Italien: Annahme Rezession -9,10% vom BIP; Schattenwirtschaft; Beginn 2020 18,70% (des BIP) Zunahme auf 21.78% (des BIP) bei Jahresende; eine Steigerung von 16,51%

6.4 Spanien: Annahme Rezession -14,00 % vom BIP: Schattenwirtschaft Beginn 2020 15,10% (des BIP); Zunahme auf 18,41% (des BIP) bis Jahresende; eine Steigerung um 18,00%

 

Abschließend werden noch zwei Tabellen (3 und 4) aufgeführt, bei denen in Tabelle 3 die vergangene Entwicklung der Schattenwirtschaft von Österreich und die der Bundesländer von 1990 bis 2020 enthalten ist, wobei die Schätzungen vom Jänner 2020 jetzt, im Juli 2020, überholt sind.; sie sind kursiv rot gekennzeichnet. In Tabelle 4 sind die Schattenwirtschaftswerte von den 28 EU-Staaten (damals noch mit Großbritannien) über 2003 bis 2020 aufgeführt, wobei die im Jänner 2020 berechneten Werte jetzt, Juli 2020, überholt sind und auch wieder kursiv rot unterlegt sind.

 

 

 





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Ihre Ansprechperson

Mag. Thomas Pargfrieder
Senior-Researcher