2021: Es ist nicht nur Gold, was glänzt

Erstmals werden alternative Anlageformen wie Bitcoin als ähnlich attraktiv wahrgenommen wie das gute alte Sparbuch. Das zeigt eine market Umfrage für das Wirtschaftsmagazin Trend auf.

 

Schön langsam spricht sich selbst unter den Hardcore-Fans des Sparbuches herum, dass dort auch in den nächsten Jahren nichts zu holen sein wird. Denn fragt man die Österreicher nach den attraktivsten Anlageformen, haben sich die Einstellungen in den letzten Jahren geändert. In Zeiten, in denen die Bank de facto keine Zinsen mehr zahlt, ist die Sehnsucht nach Alternativen so groß, dass vergleichsweise exotische Anlageformen Aufwind bekommen. Jeweils 22 Prozent der Österreicher stellen fest, dass sie Sparbuch und Bitcoin als „sehr attraktiv“ bzw. „attraktiv“ einstufen. Dass die gestiegene Anziehungskraft der Kryptowährung bei den unter-30-Jährigen am höchsten ist, ist dabei wenig überraschend. „Es ist eine kleine Gruppe, die sich sehr aktiv damit beschäftigt“, beobachtet market-Expertin Birgit Starmayr.

 

Generell befinden sich die Klassiker auf dem Rückzug. Den größten Zuspruch haben Sparbuch & Co. noch in den ländlichen Regionen. 35 Prozent halten Bausparen für besonders attraktiv, 36 Prozent Aktien und Anleihen – Wertpapiere, oft in Form von Fonds, haben inzwischen also knapp die Nase vorn. Mit Abstand am beliebtesten sind derzeit Anlageformen, die Sicherheit und etwas „zum Angreifen“ versprechen. 58 Prozent schwören – oft in Erwartung hoher Inflation als langfristiger Folge der Corona-Konjunkturprogramme weltweit – auf Immobilien. Knapp dahinter folgt Gold.

 

 

Ob sich diese Beliebtheitswerte auch in einer tatsächlichen Umschichtung in Richtung mehr Aktien oder auch Bitcoin niederschlagen, bleibt abzuwarten. Zu veranlagen gibt es jedenfalls tendenziell mehr als zu „normalen“ Zeiten. Während 57 Prozent angeben, dass sie in den nächsten Monaten in etwa gleich viel Geld ausgeben wollen als in den Monaten davor, sagen nur acht Prozent, dass sie mehr ausgeben wollen. 35 Prozent dagegen wollen in nächster Zeit weniger ausgeben. Es ist folglich zu erwarten, dass die Sparquote weiter ansteigen wird, so wie das seit Beginn der Pandemie durchgehend zu beobachten ist. Derzeit geben 29 Prozent an, dass sie in den nächsten Monaten mehr sparen wollen. Laut Statistik Austria lag die Brutto-Sparquote am Ende des dritten Quartals 2020 bei 16,9 Prozent – dem höchsten Wert seit der Finanzkrisen 2008/09. Ende September 2019 war sie noch bei 13,5 Prozent gelegen.

 

 

Erhebungsdaten: Online-Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung von 16 Jahre bis ultimo Durchführung: 04. bis 07. Jänner 2021, n=646 Statistische Schwankungsbreite: +/- 3,93 Prozent





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Ihre Ansprechperson

Prok. Birgit Starmayr
Institutsvorstand von market