Wer wird der nächste Kanzler?

Die Stimmungslage Anfang Mai war klar – die ÖsterreicherInnen votierten, vor der Entscheidung für eine Vorverlegung der Nationalratswahl auf den Herbst 2017 oder eine Durchführung im Herbst 2018 gestellt, mehrheitlich für den ursprünglich geplanten Wahltermin im kommenden Jahr. Wenige, sehr turbulente innenpolitische Tage später, in denen die österreichische Bevölkerung mit einem Rücktritt des Vizekanzlers, einer Auflösung der Koalition, einem Wahltermin im Oktober 2017 und einem neuen Vizekanzler konfrontiert wurde, hat sich das Stimmungsbild gedreht: Knapp 60 Prozent der österreichischen Bevölkerung stimmten in der Vorwoche für einen Wahltermin im heurigen Herbst, einzig die SPÖ-PräferentInnen sprechen sich noch für den ursprünglichen Zeitpunkt aus.

 

 

Heftig diskutiert wurde in der Vorwoche auch die Besetzung des Vizekanzlers: Sebastian Kurz, wie von der SPÖ gefordert, oder Justizminister Wolfgang Brandstetter, der Favorit des neuen ÖVP-Chefs? Die österreichische Bevölkerung unterstützt hier die ÖVP-Linie, mehrheitlich versteht man die Entscheidung von Sebastian Kurz, sich jetzt nicht als Vizekanzler angeloben zu lassen. Die SPÖ-PräferentInnen unterscheiden sich hier wieder vom Rest der Bevölkerung – wie Bundeskanzler Kern hätten auch seine WählerInnen gerne Sebastian Kurz als Vizekanzler gesehen.

 

 

Bis zum Wahltermin im Herbst sind es noch knapp 5 Monate, die Ausgangslage für die ÖVP unter Sebastian Kurz sieht aber deutlich anders aus als noch vor wenigen Wochen. Die Hochrechnungen in den letzten Tagen zeigten durchwegs die ÖVP an der Spitze – nach Platz 3 im Ranking in den Wochen davor. Aber nicht nur die „Sonntagsfrage“ verdeutlicht diese veränderte Stimmungslage, sondern auch die Erwartungshaltung der österreichischen Bevölkerung: Nur ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung rechnet mit Heinz-Christian Strache an der Spitze der nächsten Bundesregierung, ein Viertel sieht eine Fortsetzung der Kanzlerschaft Kerns – ein Drittel aber erwartet sich Sebastian Kurz als Regierungschef nach der Nationalratswahl.

 

 

Mit anderen Worten formuliert: Aktuell spüren die ÖVP und Sebastian Kurz viel Rückenwind aus der Bevölkerung – aus der Sicht der ÖVP formuliert stellt sich nun die Frage, wie diese Stimmungslage bis zum 15. Oktober konserviert werden kann.




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Prok. Dr. David Pfarrhofer
Institutsvorstand von market