Wahl 2017: Person schlägt Inhalt

Das Programmatische verliert. Persönlichkeiten stechen klar Inhalte aus. Der Wähler verkürzt seine politische Wahlentscheidung immer stärker auf die zur Wahl stehenden Spitzenkandidaten. Ins Hintertreffen kommen dadurch immer stärker die Parteien und deren Programme. Keine Frage: Parteiloyalität, die Bindung und das Lagerdenken sind längst Minderheitenprogramm. Dazu kommt jetzt der Schwund beim politischen Inhalt. Der Wähler will da gar keine inhaltlichen Details wissen, er setzt auf die politische Schlagkraft des Spitzenkandidaten und dessen Team sowie auf die Glaubwürdigkeit dieser Personen.

 

 

Auch wenn die Liste Sebastian Kurz mit Details zum Wahlprogramm geizt, so mag dies maximal ein Problem für Medien und Journalisten sein, dem Wähler ist dies ziemlich egal. Zwar geben 28 Prozent in einer market-Umfrage für den TREND das Programm als wichtigstes Wahlmotiv an, doch in Summe spielen die Spitzenkandidaten bzw. ihr voraussichtliches Führungsteam mit 43 Prozent eine noch wesentlich größere Rolle bei der Entscheidung für eine bestimme Partei.

 

 

Unter Programm scheint grob das verstanden zu werden, wofür jemand prinzipiell steht, und nicht das auf womöglich Hunderten von Seiten verdichtete Kleingedruckte. Anders ist es nicht zu erklären, dass 43 Prozent der Befragten angeben, das noch reichlich unspezifische Wirtschaftsprogramm der Liste Kurz/ÖVP gut zu kennen – fast so viel wie jenes der SPÖ, das seit der Präsentation des „Plans A“ durch Kanzler Kern im Jänner laut getrommelt wird.

 

In der Bewertung der bisher bekannten wirtschaftlichen Vorschläge ist das Ergebnis jedenfalls eindeutig. 28 Prozent finden, dass die Liste Kurz/ÖVP bisher in diesem Bereich am positivsten aufgefallen ist, 18 Prozent sagen dies über die SPÖ. Nach der FPÖ mit neun Prozent landen die Neos mit 6 Prozent auf Rang vier. Nur jeweils ein Prozent billigen es den Grünen und der von ihnen abgespaltenen Liste Pilz zu, die besten Ideen für die Wirtschaft zu haben.

 




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Ihre Ansprechperson

Prof. Dr. Werner Beutelmeyer
Institutsvorstand und Geschäftsführer