Stauhölle Österreich: Aber bitte mit Rettungsgasse!

Mehr als ein Stau selbst ärgert uns das Fehlverhalten anderer Autofahrer

 

 

Die erste Reisewelle des Jahres zu Ostern ist überstanden, ebenso wie – zumindest vorerst – die Rückkehr des Winters, die wenig überraschend vielerorts zu einem Verkehrschaos führte. Grund genug, Herrn und Frau Österreicher zum Thema Verkehrsstau etwas auf den Zahn zu fühlen. Die wesentliche Erkenntnis dabei: es ist weniger der Stau an sich, der uns nervt, sondern vor allem das (Fehl-)verhalten der anderen Autofahrer.

 

Rund 30 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher zählen zur leidgeplagten Gruppe jener, die zumindest einmal pro Woche mit dem eigenen Vehikel in einen Verkehrsstau geraten, der Großteil von ihnen dabei gleich mehrmals. Täglich Stoßstange an Stoßstange reiht in etwa jeder Zehnte sein Auto. Der Zeitverlust beträgt dabei im Schnitt meist rund 10 bis 20 Minuten pro Stau, immerhin jeder Siebte „Intensiv-Stauer“ steht dabei aber auch bis zu einer halben Stunde in der Kolonne.

 

 

 

Während damit die Ausgangslage klar und wenig überraschend ausfällt, interessierten in der vorliegenden Erhebung vor allem die Emotionen rund die „Riesen-Parkplätze“ des Landes.

 

Nur knapp 30 Prozent fühlen sich von einem Stau wirklich genervt oder gestresst!

 

An vorderster Front der Stauthemen steht die Rettungsgasse, in Summe 90 Prozent aller Betroffenen achten (lt. Eigenaussage) bei entsprechenden Staus immer darauf, eine korrekte Rettungsgasse zu bilden – unabhängig davon, wie häufig man damit konfrontiert wird. Immerhin 7 von 10 ÖsterreicherInnen geben auf einer Ebene dahinter an, dass sie bei Bekanntwerden eines Staus diesen versuchen alternativ zu umfahren – vor allem wenn man generell weniger im Stau steht und somit den Glauben an schnellere Ausweichrouten noch nicht verloren hat. Interessant auch die Tatsache, dass gut 40 Prozent mit Staus bei Urlaubs- und Reisefahrten generell besser zurechtkommen als mit Behinderungen im (all)täglichen Berufsverkehr.

 

Zudem bestätigt sich, dass die Akzeptanz von einschränkenden Blechlawinen bei Personen, die nur selten in einen Stau geraten, klar höher ist. Auch wenn der Anteil jener, die sich von einem Stau wirklich genervt fühlen bzw. dadurch auch in Stress geraten, bei den regelmäßig Leidgeprüften ohnehin nur bei eher niedrigen 25-30 Prozent liegt. Eine ähnliche Größenordnung in dieser Gruppe gibt übrigens auch an, sich bereits an die täglichen Staus gewöhnt zu haben.

 

 

 

Wenn sich somit nicht einmal Drittel explizit vom Stau gestört fühlt, was sind dann die Faktoren, die bei uns im Stau den größten Unmut auslösen?

 

Wehe dem, der die Rettungsgasse ignoriert!

 

Klar häufiger als über den Stau selbst (wiederum 29 Prozent) ärgert man sich interessanterweise über das Fehlverhalten der anderen Autofahrer. An der Spitze der Störfaktoren stehen hier vor allem Fahrzeuge, die in der Rettungsgasse vorfahren, gefolgt von anderen Teilnehmern, die die Bildung der Rettungsgasse gleich nicht einhalten. Selbst würde man so etwas ja so gut wie nie tun (konkret nur etwa 3 Prozent), umso größer ist damit das Unverständnis für dieses Fehlverhalten. Ähnliches gilt auch für Drängler oder Fahrzeuge, die im Stau ständig die Spur wechseln. Komplettiert werden die Top 5 der Don’ts im Stau durch Schaulustige, die durch langsames Vorbeifahren an Unfallstellen den Stau erst auslösen bzw. das allseits beliebte „In-die-Kreuzung-Einfahren-bis-nichts-mehr-geht“. Erst auf einer zweiten Ebene dahinter kritisiert man gewisse Rahmenparameter wie nicht zu wissen, wie lange man im Stau steht, fehlende Möglichkeiten zum Abfahren oder auch fehlerhafte Verkehrsfunkmeldungen.

 

 

 

Kaum ein Thema in diesem Kontext sind umgekehrt Konfliktpotentiale mit anderen Personen, seien es z.B. Mitfahrer die meinen, im Stau alles besser zu wissen oder quengelnde Kinder auf der Rückbank. Mehr noch, jeder Stau bietet auch die Chance, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten – und gegen einen kleinen Flirtversuch hat ja – zumindest lt. Studie – so gut wie keiner was!




Bei Interesse an unserer Studie oder bei diversen Fragen stehen wir gerne und jederzeit zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Ihre Ansprechperson

Mag. Stefan Anzinger
Senior-Researcher