Regionale Ernährung kräftig im Vormarsch!

Einen zentralen Stellenwert im Rahmen der Ernährungsthematik nimmt der Faktor Ernährungsbewusstsein ein. Ohne nähere Definition des Wortes „Ernährungsbewusstsein“, wurden im Oktober 2017 n= 1.012 Österreicher und ÖsterreicherInnen (repräsentativ für die Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren) befragt, ob sie sich selbst als ernährungsbewusste Menschen wahrnehmen. Die klare Antwort lautet: Ja, die österreichische Bevölkerung nimmt sich als ernährungsbewusst wahr – und zwar in zunehmendem Ausmaß! Waren es im Rahmen der „Ernährungsstudie 2015“ noch 74% der Befragten, die sich als auf jeden Fall ernährungsbewusst bzw. eher schon ernährungsbewusst einstuften, so sind es im Rahmen der „Ernährungsstudie 2017“ bereits 79%. Das bedeutet: die Wahrnehmung des Ichs als ernährungsbewusst zeigt einen Aufwärtstrend. Ernährungsbewusstsein im Vormarsch! Interessant erscheint 2017 die Betrachtung des Ernährungsbewusstseins nach Alterskategorien. Hier haben die „Joungsters“ (16 bis 29 Jahre) einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Waren es 2015 noch 64% dieser Alterskategorie, die sich hohes Ernährungsbewusstsein zuschrieben, so sind es 2017 bereits 78%. Eine deutliche Steigerung! Ähnlich verhält es sich auch bei Betrachtung des Ernährungsbewusstseins nach Bildungskategorien. Ernährungsbewusstsein ist seit 2015 besonders im niedrigeren Bildungssegment deutlich im Vormarsch. Auseinandersetzung mit dem Ernährungsthema und selbst wahrgenommenes Ernährungsbewusstsein ist nicht mehr länger verstärkt in älteren Alterskategorien sowie in höheren Bildungsgruppen zu Hause, sondern durchgängig in allen Alters- und Bildungsgruppen.

 

 

 

 

Um herausfiltern zu können, was im (Ernährungs)Bewusstsein der ÖsterreicherInnen an den obersten Stellen liegt, wurden die Probanden ersucht, ihre spontanen Gedanken zum Thema niederzuschreiben. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass - 2015 sowie 2017 - die Gedanken an „gesunde, ausgewogene Ernährung“ (32%), „Vitamine: Obst & Gemüse“ (27%) sowie „bio“ (19%) das Ernährungsbewusstsein dominieren. 2017 auch verstärkt Gedanken an „Regionalität & heimische Produkte“! Waren es 2015 13%, die beim Thema Ernährung spontan an „Regionalität“ dachten, so sind es 2017 18%. Ein Plus von 5%! Das (Körper)Gewicht kommt hingegen abnehmend in den Sinn, wenn nach spontanen Gedanken zum Thema Ernährung gefragt wird. Dachten 2015 im Zusammenhang mit dem Ernährungsthema noch 10% der Befragten spontan an das Thema „Gewicht, Gewichtsprobleme & Übergewicht“, so sind es 2017 deutlich geringere 4%. An „Preis, Kosten, Preissteigerungen“ dachten ebenfalls eher geringe 3% spontan. Als erwähnenswert erscheint, dass 2017 (wie auch bereits 2015) ein verschwindend kleiner Anteil der Befragten (1%) angab, sich keine Gedanken über dieses Thema zu machen bzw. das Ernährungsthema für „nervig“ zu halten. Gerade dieser kleine Prozentsatz der „ErnährungsUNbewussten, Ernährungsgenervten“, spiegelt wider, dass die Österreicher und ÖsterreicherInnen tatsächlich ernährungsbewusste Menschen sind. Denn Ernährungsbewusstsein bedeutet: sich des Themas Ernährung bewusst sein, sich Gedanken zum Thema zu machen!

 

 

 

 

Da der Gedanke an „gesunde Ernährung“ offensichtlich auch 2017 eine zentrale Stelle im Ernährungsbewusstsein der ÖsterreicherInnen einnimmt, erscheint es natürlich interessant, was hierzulande unter „gesunder Ernährung“ verstanden wird. Gesunde Ernährung bedeutet für die ÖsterreicherInnen: „viel Obst und Gemüse zu essen (94%) - und zwar jene Sorten, die zu den jeweiligen Jahreszeiten frisch vom Feld kommen (93%)“, „frisch zubereitete Mahlzeiten zu essen“ (95%) und „qualitativ hochwertige Lebensmittel (92%) - vorwiegend aus der Region (85%) - zu verwenden“. Für 88% der befragten Personen bedeutet gesunde Ernährung auch „Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren zu verwenden“. Interessant erscheint, dass die vorwiegende Verwendung von Bio-Produkten für die ÖsterreicherInnen zunehmend zur gesunden Ernährung gehört. Waren es 2015 52% der Befragten, die angaben, dass „bio“ für sie zu gesunder Ernährung gehört, so sind es 2017 62%. Sprich: 10% mehr, als noch 2015! Die Verwendung von fettreduzierten Lebensmitteln wird gedanklich hingegen zunehmend von der „Gesund-Liste“ gestrichen. Waren es 2015 noch 48% der Befragten, für die die Verwendung von fettreduzierten Lebensmitteln zu „gesunder Ernährung“ gehörte, so sind es 2017 deutlich geringere 33%. Korrespondierend dazu gaben - ebenfalls abnehmend viele - Befragte an, dass sie die Vermeidung von fettreichen Lebensmitteln für einen Bestandteil gesunder Ernährung halten. Waren es 2015 noch 78%, so sind es 2017 verminderte 71%.

 

 

 

 

Abschließend stellt sich im Zusammenhang mit dem österreichischen Ernährungsbewusstsein noch die Frage, welche Lebensmittel den ÖsterreicherInnen besonders fehlen würden, wenn sie - bewusst - darauf verzichten müssten. An oberster Stelle wurden auch hier Gemüse (89%) und Obst (87%) genannt. Käse (82%), Schwarzbrot (80%) und Milch/Milchprodukte (78%) stellen ebenfalls Lebensmittel dar, auf die in Österreich ungern verzichtet würden. Fleisch würde 69% der ÖsterreicherInnen besonders fehlen (27%) oder fehlen (42%). Interessant erscheint, dass der Verzicht auf Fisch die ÖsterreicherInnen zunehmend schmerzen würde. Gaben in der vergleichbaren Messung des Jahres 2015 noch 56% der befragten Personen an, dass Ihnen Fisch fehlen würde, so sind es 2017 62%. Dies kann dahingehend interpretiert werden, dass Fisch - der ja hinlänglich als „wertvolles, gesundes Nahrungsmittel“ gilt, auch von den ÖsterreicherInnen zunehmend als wertvoller Bestandteil der Ernährung angesehen wird. Man macht sich Gedanken zum Thema Ernährung, man ist und isst zunehmend ernährungsbewusst in Österreich. Und ernährungsbewusst bedeutet: im Bewusstsein der Bedeutung und Hintergründe der verschiedenen Lebensmittel.

 

 

 

 

Auch wenn sich das - seit der Messung 2015 zunehmend hohe Ernährungsbewusstsein - möglicherweise (noch) nicht durchgängig im tatsächlichen Kaufverhalten gezeigt hat oder zeigt, so ist es doch vorhanden. Man hat sich bewusst Gedanken zur Ernährung gemacht. Ernährungsbewusstsein im Vormarsch!




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Ihre Ansprechperson

Mag. Julia Gibus
Senior-Researcher