"Nicht genügend" für Donald Trump!

Bilanz nach einem Monat mit dem neuen US-Präsidenten

 

Ein Monat ist mittlerweile seit der Angelobung des neuen US-Präsidenten Donald Trump vergangen. Ein Monat, in dem es kaum einen Tag ohne Schlagzeilen aus dem Weißen Haus gab und in dem Europa und die Welt zunehmend den Kopf über seine politischen Äußerungen und Entscheidungen schüttelten. Noch vor dem aktuellen „Schweden-Vorfall“ war es somit für market an der Zeit, bei den Österreichern in Sachen Donald Trump nachzufassen und eine erste kleine Bilanz über sein Wirken zu ziehen.

 

Plus: wie machte sich sein ebenfalls neu gewähltes österreichische Pendant, Bundespräsident Alexander Van der Bellen, im selben Zeitraum?

 

 

Es gibt nur wenig zu beschönigen, Herr und Frau Österreicher erteilen der bisherigen politischen Karriere von Donald Trump eine klare Absage. Konkret 56 Prozent bewerten aktuell seine Politik mit „Nicht genügend“, in Summe finden sich sogar rund drei Viertel, die damit explizit nicht zufrieden sind (Note 4 bzw. 5). Insgesamt lassen sich überhaupt nur knapp 10 Prozent zu einer positiven Bewertung mit Note 1 oder 2 hinreißen. Dabei fällt das negative Urteil vor allem in den älteren Schichten klar höher aus, Jüngere orten eine Bewertung tendenziell noch stärker in Richtung Note 3 bis 4. Wenig Unterschied macht es dabei übrigens, wie intensiv man sich mit der Berichterstattung aus Übersee auseinander setzt, wenngleich die Kritik bei häufigerem Kontakt mit Meldungen über Trump tendenziell steigt.

 

 

Wenig Hoffnung bleibt zudem, dass durch die resultierenden Verstimmungen mit den USA bzw. Präsident Trump Europa (wieder) etwas näher zusammenrückt. Nur ein knappes Fünftel sieht in der derzeitigen Anti-Europapolitik Chancen für den alten Kontinent und glaubt, dass Europa durch den Zusammenhalt gegenüber den USA bzw. Donald Trump in sich gestärkt werden könnte. Die große Mehrheit von knapp zwei Drittel befürchtet hingegen, dass die derzeitige Stimmung eher zu langfristigen Zerwürfnissen mit Amerika führen könnte, unter denen man noch länger leiden wird. Allerdings fällt bei Personen mit höherem Bildungsgrad bzw. vor allem bei intensiverer Auseinandersetzung mit den Berichten über Trump die positive Sichtweise von möglichen Chancen für Europa höher aus.

 

 

 

Zwei Präsidenten, zwei Amtsantritte, zwei unterschiedliche Welten

 

Spannend in diesem Kontext ist natürlich auch ein Vergleich mit dem neuen österreichischen Bundespräsidenten, der eine nahezu idente Zeit im Amt ist. Es fällt zunächst auf, dass die Österreicher mehr Interesse an den Berichten über Trump als über Van der Bellen haben oder aber hier einfach mehr Meldungen aus den USA die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. In jedem Fall haben über 60 Prozent in Österreich Trumps Wirken intensiv im Fokus, bei Van der Bellen sind es mit knapp 40 Prozent vergleichsweise deutlich weniger.

 

 

Dies kann natürlich aber auch auf ein reduziertes Konfliktpotential bei Van der Bellen zurückgeführt werden. Denn immerhin zwei Drittel ließen sich bisher vom österreichischen Bundespräsidenten überzeugen und urteilten mit einer Schulnote zwischen 1 und 3 über seine ersten Amtstage. Jeder Fünfte vergibt hier ein „Sehr gut“, ein Wert, von dem Donald Trump nur träumen kann. Bei Van der Bellen hält sich mit 20 Prozent auf den Noten 4 bzw. 5 auch eine explizite Kritik verstärkt zurück. Nur wenig deutet somit derzeit auf den ehemaligen Zwist oder eine „geteilte Gesellschaft“ wie noch im Zuge des (wiederholten) Präsidentschaftswahlkampfes in Österreich hin.

 




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Ihre Ansprechperson

Mag. Stefan Anzinger
Senior-Researcher