MEHR KLARTEXT! – Der österreichische Zugang zu „Political Correctness“

Zwei Drittel der Österreicher wollen, dass bei heiklen Themen weniger Rücksicht auf politische Korrektheit gelegt wird. Das Prinzip „Österreich zuerst“ findet immer mehr Sympathisanten.

 

Der Satz „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ ist ein Stammtisch-Klassiker. In der digitalen Welt sind die Stammtische globaler geworden, umso größer ist die Aufregung, wenn die roten Linien überschritten werden, die in der öffentlichen Diskussion bis vor kurzem noch zu gelten schienen. Doch der Österreicher schätzt es, wenn mit ihm ehrlich und nachvollziehbar kommuniziert wird. Eine für das Wirtschaftsmagazin Trend durchgeführte Umfrage zu „Political Correctness in der Kommunikation“ zeigt klar auf – zwei Drittel der Österreicher finden es nicht gerechtfertigt, dass Aussagen z.B. aus Rücksichtnahme auf Minderheiten, aus Rücksichtnahme auf Diskriminierung, unterlassen werden oder auch, dass sich Politiker oder andere Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, mit politisch „unkorrekten“ Aussagen besonders zurückhalten sollen.

 

 

Man wünscht sich schlichtweg mehr Klartext, bzw. könnte auch feststellen, dass politische Korrektheit inzwischen mehrheitlich als etwas Schädliches eingeschätzt wird.

 

 

Ausgelöst wurde die Diskussion auch durch die Aussage von Red Bull Gründer Mateschitz, dass ein Großteil der Menschen, die in der Flüchtlingswelle 2015 und 2016 nach Österreich kamen, keine Kriegsflüchtlinge gewesen sind. Market befragte in diesem Zusammenhang die Österreicher zu einer Reihe von Statements, die vielfach noch als politisch unkorrekt gelten.

 

Dabei wird klar, dass zum Beispiel Fans des türkischen Präsidenten mit keinem Verständnis rechnen dürfen: 82 Prozent finden, dass in die Türkei zurückgehen sollte, wer beim Verfassungsreferendum Mitte April im Sinne Erdogans gestimmt hat. Auch der Mateschitz Satz von den Flüchtlingen findet ebenfalls eine klare Mehrheit. So sieht der Großteil der Österreicher es auch als etwas schwieriger an, Menschen aus islamischen Ländern in unsere Kultur integrieren zu können.

 

Die Österreicher sehen die Politik als zu stark an den Rechten der Minderheiten ausgerichtet, und zu wenig auf die Probleme fokussiert, die die meisten Menschen beschäftigen. Demgemäß ist ein klarer Wunsch vorhanden, dass Österreichern, sei es beim Job, beim Studium oder bei der Wohnungssuche, der Vorzug gegeben werden sollte.

 

In Hinblick auf die Zukunft der EU überwiegen in jedem Fall die Befürworter als die Skeptiker. Mit der Aussage von Donald Trump, dass der Klimawandel NICHT durch die Menschen verursacht wird, kann man sich so gar nicht identifizieren. Dass nicht alle Frauen berufstätig sein und Karriere machen wollen, findet bei knapp 4 von zehn Österreichern Zustimmung.

 




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Ihre Ansprechperson

Prok. Birgit Starmayr
Institutsvorstand von market