Große Skepsis gegenüber Bitcoin & Co. - aber für die junge Generation geht der Hype weiter

Kryptowährungen wie Bitcoins oder Ethereum jagen von einem Allzeithoch zum nächsten. Inzwischen liegt der Kursanstieg bei der mit Abstand am häufigsten verwendeten Kryptowährung Bitcoin seit Jahresbeginn bei 1700%. Grund genug, die Meinung von Herrn und Frau Österreicher zum Höhenflug dieses neuen digitalen Geldes zu erforschen.

 

Digitale Währungen wie etwa Bitcoins werden momentan von etwa 4% der österreichischen Bevölkerung als Zahlungsmittel bzw. zur Spekulation auf eine positive Kursentwicklung verwendet. Zusätzlich dazu hat knapp jeder Fünfte Interesse an diesem Thema, während lediglich 14% noch nie von Kryptowährungen gehört haben.

 

 

Bitcoins und Co. haben in der Altersgruppen zwischen 30 und 49 Jahren den höchsten Anteil an Verwendern, während in der noch finanzkräftigeren Generation 50+ keine Verwendung passiert und auch nur ein vergleichsweise geringes Interesse besteht. Im Gegensatz dazu zeigt die jüngste Altersgruppe das größte Interesse an Kryptowährungen und nur etwa einem von zehn innerhalb der jüngsten Altersgruppe sagen die Begriffe Kryptowährung und Bitcoin gar nichts. In Hinblick auf geschlechtsspezifische Unterschiede haben Männer ein deutlich höheres Interesse, während in puncto Verwendung als Zahlungsmittel bzw. zur Spekulation kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen gemessen wurden.

 

 

Innerhalb der Bevölkerung herrscht eine sehr skeptische Einstellung gegenüber Kryptowährungen, wobei die Hälfte eher oder völlig zustimmt, dass Betrüger die digitale Währung stehlen könnten. Nur etwas weniger Österreicherinnen und Österreicher sehen außerdem die Gefahr, dass illegale Geschäfte im Internet abgewickelt werden. Jeder Fünfte wäre sogar voll und ganz damit einverstanden, wenn Bitcoins & Co. verboten würden. Im Gegensatz dazu stimmen nur 3% voll und ganz zu, dass Kryptowährungen unsere Gesellschaft weiter bringen. Außerdem sehen nur wenige in Österreich das neue digitale Geld als eine interessante Alternative zum normalen Geld.

 

Ein hoher Anteil von rund einem Drittel in der Stichprobe möchte bei diesen detaillierten Formulierungen keine Meinung abgeben, was darauf hindeutet, dass ein großer Teil der Bevölkerung beim Thema Kryptowährungen noch kein fundiertes Wissen besitzt. Daher lohnt sich der Blick auf Personen, die diesem Thema näher stehen, sprich Interessierte oder sogar Verwender.

 

Dabei zeigt sich, dass Verwender zwar deutlich seltener Betrug bzw. illegale Machenschaften als Gefahr sehen. Dennoch besteht auch unter Verwendern diesbezüglich noch eine hohe Skepsis (42% sehen Gefahr durch Betrug, 27% durch illegale Geschäfte). Trotzdem stimmen rund 6 von 10 Verwender zu, dass Kryptowährungen die Gesellschaft weiter bringen und dass eine interessante Alternative zum normalen Geld entstanden ist. Dieser Anteil ist um ein vielfaches höher im Vergleich zur Meinung in der Gesamtbevölkerung. Außerdem sehen Verwender, aber auch viele interessierte Nichtverwender, die Unabhängigkeit von Personen und Institutionen wie Banken als positiv.

 

 

Über die Zukunft von Kryptowährungen herrscht über die Gesamtpopulation hinweg keine eindeutige Meinung, Unterschiede ergeben sich allerdings beim Blick auf Subgruppen. Der Anteil der Personen, die an eine steigende Bedeutung glaubt, ist in der Bevölkerung etwa gleich hoch wie der Anteil jener, die in den nächsten Jahren von einem Verschwinden ausgeht. Drei von zehn in Österreich rechnen mit einer Spekulationsblase und einer damit verbundenen Bedrohung für die Weltwirtschaft.

 

Neben Verwendern schätzt vor allem die junge Generation, dass in Zukunft noch mehr normales durch digitales Geld ersetzt wird. Im Gegensatz dazu sehen interessierte Nichtverwender viel stärker eine Bedrohung der Weltwirtschaft durch eine Spekulationsblase. Diese Einschätzung teilen außerdem doppelt so viele Männer wie Frauen.

 

 


Dokumentation der Umfrage MA818:

n=608 Online Interviews unter der österreichischen Bevölkerung ab 16 Jahren

Erhebungszeitraum: 7. bis 9. Dezember 2017, maximale statistische Schwankungsbreite bei n=608 +/- 4,06 Prozent




Bei Interesse an unserer Studie oder bei diversen Fragen stehen wir gerne und jederzeit zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Ihre Ansprechperson

Mag. Thomas Pargfrieder
Senior-Researcher