FPÖ in der Regierung – eine österreichische Entscheidung und kein Fall für internationale Proteste!

Im Jahr 2000 führte die ÖVP-FPÖ Zusammenarbeit zu internationalen Protesten und Sanktionen gegen unser Land, für 2017 gehen Herr und Frau Österreicher von ganz anderen Vorzeichen aus. Die Stimmungslage ist klar: Nur ein Drittel der Bevölkerung beurteilt die internationalen Reaktionen  als wichtig und Anlass zur Vorsicht, die große Mehrheit sieht die Entscheidung in Österreich – ohne Rücksicht auf internationale Stimmen.

 

Doch zu den Ergebnissen im Detail: Herr und Frau Österreicher erwarten sich eine Zusammenarbeit aus ÖVP und FPÖ – 60 Prozent sagen klar, dass die FPÖ in der nächsten Regierung vertreten sein sollte. Getoppt wird dies nur von der ÖVP, die hier eine Zustimmung von 80 Prozent erhält, die SPÖ rangiert im Vergleich nur bei 42 Prozent, auch die Bevölkerung sieht die SPÖ mehrheitlich in der Opposition.

 

Die österreichische Bevölkerung ist mit dem Wahlergebnis zufrieden und würde auch nach Kenntnis des Ergebnisses kaum eine andere Wahlentscheidung treffen. Nur unter den Grünen & Liste Peter Pilz WählerInnen würde sich nun ein Drittel anders entscheiden.

 

 

Herr und Frau Österreicher erwarten sich positive Auswirkungen durch das Wahlergebnis; erwartungsgemäß sind vor allem ÖVP- und FPÖ-Präferenten von der positiven Entwicklungen für Österreich überzeugt, skeptisch äußern sich die Präferenten von SPÖ- und Grünen.

 

 

Für die ÖVP läuft alles rund. Sebastian Kurz dominiert bei der Kanzlerfrage – mit dem höchsten Wert (42%) den market jemals für ein Kandidat gemessen hat. Und die ohnehin schon gute Stimmung für die ÖVP zum Wahlzeitpunkt wird von über der Hälfte als aktuell noch besser beschrieben. Bei der SPÖ hingegen sieht rund ein Fünftel eine nun sehr viel schlechtere Stimmung in der Bevölkerung. Zentraler Rückhalt für die SPÖ ist aktuell Christian Kern, der bei der Kanzlerfrage mit 32 Prozent seinen besten Wert seit Beginn des Sommers erreicht.

 

Die nun stattfindenden Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ werden von der Hälfte der ÖsterreicherInnen als positiv beurteilt. Im Vergleich zwischen einer türkis-blauen Koalition und einer Neuauflage einer Zusammenarbeit zwischen ÖVP und SPÖ ist die Stimmung eindeutig – Veränderung heißt die Devise: 52 Prozent votieren für ÖVP-FPÖ, nur ein knappes Drittel für ÖVP-SPÖ. Des Weiteren gehen rund zwei Drittel davon aus, dass die Verhandlungen zwischen den beiden potentiellen Partnern zu einem schnellen Ergebnis kommen werden.

 

Wie schon eingangs erwähnt ist für viele die internationale Wirkung des Wahlergebnisses unbedeutend – 58 Prozent der Befragten, und hier vor allem Männer, geben an, dass diese Entscheidung in Österreich ohne große Rücksicht auf internationale Befindlichkeiten getroffen werden sollte.

 

 

Bei genauerer Betrachtung lassen sich jedoch auch hier Unterschiede feststellen. Während auf der einen Seite wieder SPÖ- und Grüne-Präferenten die Meinung vertreten, dass es für unser Land wichtig ist, dass die österreichische Regierung international hohes Ansehen genießt und man daher mit einer FPÖ-Regierungsbeteiligung vorsichtig sein sollte, sagen, auf der anderen Seite, vor allem wieder ÖVP- und FPÖ Präferenten, dass Österreich selbst über seine Regierung entscheiden soll und internationale Reaktionen nicht so wichtig sind.

 


Dokumentation der Umfrage MA814: n=1030, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren; durchgeführt im Auftrag des STANDARD




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Ihre Ansprechperson

Prok. Dr. David Pfarrhofer
Institutsvorstand von market