Dass das Internet längst Einzug in das tägliche Leben und die Arbeitswelt von Herrn und Frau Österreicher gefunden hat, und von dort nicht mehr wegzudenken wäre, braucht nicht durch Zahlen belegt zu werden. Zu konsequent war der Siegeszug des elektronischen Daten- und Informationsaustausches, zu allgegenwärtig die fortschreitende Vernetzung auch mit den entlegensten Winkeln der Welt. Wie allerdings die genauen Verhaltensweisen der heimischen Bevölkerung im world wide web aussehen, wofür wir rund 20 Jahre nach dem Start der privaten Internetanbindung das Netz nutzen und wovon wir lieber (noch) die Finger lassen, hat market – selbstverständlich im Rahmen einer Online-Befragung – nun aktuell unter die Lupe genommen.

Aktuell greifen rund drei Viertel jenes Bevölkerungsteils, der grundsätzlich einen Zugang zum Internet hat (rund 80 Prozent der Gesamtbevölkerung), zumindest einmal täglich auf das Internet zurück, der Rest mehrmals pro Woche. Kaum jemand, der über Internetzugang verfügt, verzichtet also auf das Internet, wenn, dann sind es interessanterweise vor allem die Jüngeren, die mitunter dem Surfen im WWW entsagen – oder möglicherweise auch (bspw. im Haushalt der Eltern aufgrund entsprechender Erziehungsmaßnahmen) entsagen müssen. Zudem zeigen sich auch gewisse Korrelationen mit dem Geschlecht (Männer werden tendenziell stärker von den Web-Angeboten angezogen als Frauen) bzw. vor allem mit der Bildung, bei der sich ein höherer Bildungsgrad als Garant für eine verstärkte Internetnutzung bestätigt.
E-Mail Verkehr und Infobeschaffung als Hauptbeschäftigungen im Netz, 4 von 5 kaufen bereits elektronisch ein
Während man mit dem Internet bekannterweise so gut wie alle Anforderungen des täglichen Bedarfs abdecken kann, sind es weiterhin vor allem die Kommunikationsaktivitäten via E-Mail, die die starke Anziehungskraft einer der bedeutendsten Entwicklungen des letzten Jahrhunderts ausmachen. Hinzu kommen die unzähligen Möglichkeiten im Informationsbereich: dass es quasi nichts gibt, was man im Internet nicht findet, weiß auch so gut wie jeder Nutzer. Hinzu kommen an dieser Stelle immer stärker auch die Preisvergleiche via Web, die vor allem für die Jüngeren das eine oder andere Schnäppchen offenbaren und daher besonders attraktiv sind.

Durchaus spannend ist zudem auch die Entwicklung entsprechender Serviceangebote im Internet. Während sich vor einigen Jahren nur die wenigsten vorstellen konnten, finanzielle Transaktionen außerhalb der geschützten und sicheren Wände eines Bankinstituts abzuwickeln, greifen heute bereits drei Viertel der internetaffinen Bevölkerung, dabei besonders die männlichen Vertreter, auf Angebote wie E-Banking und Ähnliches zurück. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Einkaufsverhalten: nahezu 80 Prozent der Befragten geben an, zumindest gelegentlich bei den diversesten Online-Anbietern virtuell zu shoppen, wobei sich in den vorliegenden Zahlen – mit der etwas höheren Einkaufshäufigkeit der Frauen – ein klassisches Geschlechterstereotyp bestätigt.
Unterhaltungswert des Internets vergleichsweise geringer ausgeprägt
Was letztlich einen vergleichsweise geringeren Teil der heimischen Internetnutzer am weltweiten Netz reizt, sind Unterhaltungs- bzw. Dienstleistungsangebote wie Chat-Systeme, Mediendownloads oder gar das Betreiben einer eigenen Homepage. Jeweils nur rund ein Viertel bis ein Drittel gibt an, auf diese Dienste zumindest ab und zu zurückzugreifen, hier liegt der Anteil der Nicht-Nutzer klar höher. Selbstverständlich muss dabei aber wiederum eine gewisse Alterskorrelation beachtet werden, denn die Affinität zu Angeboten wie Chats, Skype, Musik-Downloads usw. sinkt erst mit dem zunehmenden Alter.

Bücher und Eintrittskarten als klassische Einkaufsartikel, Textil-Einkauf im Internet ersetzt den traditionellen Katalogs-Versandhandel
Jeweils rund 60 Prozent der generellen Internetshopper kaufen Bücher bzw. Textilien und Bekleidungsartikel ein, womit sich gerade für letztere die Entwicklung weg vom klassischen Versandhandel (bei dem man sich mittels Katalog und Bestellkarte modische Kollektionen frei Haus liefern lässt) hin zu alternativen Vertriebskanälen eindrucksvoll bestätigt. Ähnlich hoch im Kurs steht auch der Kauf bzw. die Bestellung von Konzert- oder Kinokarten, die oft den Gang ins Kartenbüro oder das Anstellen an der Kinokasse ersetzen. Bis dato nur rund ein Viertel nehmen hingegen Foto-Ausarbeitungsangebote in Anspruch, die gerade in den letzten Jahren durch laufende Innovationen punkten konnten und somit sicher noch gewisses Potential für die Zukunft haben. Ebenso auffällig: Schuhe werden weiterhin vorrangig im stationären Handel gekauft, offenkundig dominiert hier das persönliche Tragegefühl beim Probieren (noch) über etwaige Preis- und Bequemlichkeitsvorteile beim Einkauf.
Dokumentation der Umfrage MA656:
n= 400 Online-Interviews, repräsentativ für die österreichischen Internetnutzer von 16 bis 70 Jahren.
Erhebungszeitraum: 12. bis 14. Juni 2012; Maximale statistische Schwankungsbreite bei n=400: ± 5,00 Prozent