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MEHR SPAREN und/oder NEUE STEUERN? Wie die Österreicher ihrem Staat sparen helfen wollen

 

 

Im Auftrag von „Der Standard“ legte market Herrn und Frau Österreicher ein Maßnahmenbündel zur Senkung der Staatsverschuldung vor: Sollen vom Staat nur die Ausgaben gekürzt werden oder darf auch an der Steuerschraube gedreht werden -  und wenn ja, welche neuen Steuern finden überhaupt Akzeptanz? Überraschend, dass sich unter den 10 akzeptiertesten Maßnahmen jeweils 5 neue Steuern und 5 Sparmaßnahmen im öffentlichen Bereich befinden!    

Knappe Mehrheit spricht sich für einnahmen- UND ausgabenseitiges Sparen aus:

„Sparen“ hat für die meisten Österreicher einen guten Klang, „Steuer“ einen schlechten. Trotzdem können sich 47 Prozent vorstellen, dass der Staat beide Instrumente zur Schuldenreduktion einsetzt. Etwa genausoviele meinen,  dass allein Kürzungen der Staatsausgaben zum Ziel führen. Nur durch neue bzw. höhere Steuern wollen nur 6 Prozent die Schulden eindämmen. 

 

Wie der Staat seine Ausgaben kürzen soll

Die Ausgaben des Staates haben zumeist ja Vorteile für den Staatsbürger zur Folge - Kürzung bestimmter Staatsausgaben heißt damit im Umkehrschluss: Nachteile für Einzelne. Deshalb tun sich die Österreicher trotz aller Lippenbekenntnisse zum „ausgabenseitigen Sparen“ nicht leicht, wenns um konkrete Sparmaßnahmen geht, die einen selbst betreffen können. So beträgt zwar die Zustimmung 88 Prozent, wenn es darum geht, das Pensionsalter für ÖBB Mitarbeiter hinaufzusetzen, aber nur mehr 36 Prozent, wenn es um eine Hinaufsetzung des generellen Pensionsalters geht. Ein Aufnahmestopp in der Verwaltung dagegen hat den Segen der Mehrheit.

 

Neue/höhere Steuern ja – vorausgesetzt, Autofahrer und Bezieher kleinerer Einkommen bleiben ungeschoren

Den geringsten Widerstand ruft eine höhere Besteuerung von Spitzeneinkommen hervor – 82 Prozent sind dafür, nur 11 Prozent wehren sich dagegen. Knapp zwei Drittel könnten sich mit einer Erhöhung der Tabaksteuer oder mit höheren Steuern auf alkoholische Getränke anfreunden. Hohe Zustimmung von 64 Prozent gibt es zu einer Strafsteuer für Arbeitgeber, die Mitarbeiter in Frühpension schicken. Am deutlichsten abgelehnt werden Einkommensteuer für kleine Einkommen, höhere Umsatzsteuer, höhere Mineralölsteuer und höhere Grundsteuer.

 

 

Gewünschter Maßnahmenmix zur Bewältigung der Schuldenkrise

Betrachtet man nur die Differenz zwischen dem harten Kern der Befürworter und Gegner (Note 1 versus Note 5), zeigt sich, dass sich unter den best-akzeptierten Maßnahmen sowohl Ausgabenkürzungen als auch Steuererhöhungen befinden.

 

 

 

News_1203_Mehr_Sparen_oder_neue_Steuern_-_Maßnahme.pdf [271 KB]


 

Dokumentation der Umfrage MA 644:

n= 400 CATI Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre Befragungszeitraum: 10.  bis 12. Jänner 2011

Maximale statistische Schwankungsbreite bei n=400: ± 5 Prozent

 

 

 

Prof. Dr. Werner Beutelmeyer

Ansprechperson:
Prof. Dr. Werner Beutelmeyer

Institutsvorstand und Geschäftsführer