Die Sparpläne der Regierung wurden nach Weihnachten bekanntgegeben. Im Auftrag des Wirtschaftsmagazins trend fragte market bereits vor Weihnachten die Österreicher in einer telefonischen Befragung nach ihren Sparplänen für 2012. Anders als die Regierung nannten die Österreicher bereitwillig jene Bereiche, in denen sie den Sparstift ansetzen wollen.
Sparen zwischen Neujahrsvorsatz und Sparzwang
„Weniger ist mehr“ gehört bei vielen alljährlich zu den Neujahrsvorsätzen: Weniger essen, weniger Stress, weniger Ressourcenverbrauch – einfach mehr sparen eben! Dass die Hälfte der Österreicher für das Jahr 2012 Einsparungen einplant, ist daher nicht allzu verwunderlich. Doch bei immerhin 16 Prozent - das ist jeder Siebte - , wirkt das Sparen schon etwas unfreiwillig, wenn sie beteuern, dass sie „auf jeden Fall“ mit Einsparungen rechnen. Die Über-50-Jährigen erwarten sogar zu 22 Prozent einen Sparzwang im nächsten Jahr, insgesamt rechnen 55 Prozent in dieser Altersgruppe mit Einsparungen. Unter-30-Jährige gehören im Allgemeinen eher zu den Optimisten in Hinblick auf die Zukunft – doch auch 10 Prozent in dieser Altersgruppe erwarten, auf jeden Fall sparen zu müssen.

Gastronomie und Unterhaltungselektronik als Hauptleidtragende
Jene Hälfte der Österreicher, die sich aufs Sparen vorbereitet, setzt den fiktiven Sparstift vor allem bei der Gastronomie an: 83 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen, die sparbereit sind, sehen hier Sparpotential für sich. Auch für Unterhaltungselektronik wollen knapp zwei Drittel der Sparbereiten weniger ausgeben. Etwa jede/jeder Zweite sieht Zurückhaltung bei Urlaub und Reisen und bei Genussmitteln wie Alkohol und Rauchen als probates Mittel zum Sparen. 48 Prozent der Sparwilligen wollen sich im neuen Jahr weniger Bekleidung bzw. Schuhe kaufen, ebensoviele planen Einschränkungen bei Ausgaben für Kultur, z.B. Konzert, Theater, Kino.
Kaum Sparvorsätze gibt es im Bereich Gesundheit und Altersvorsorge.

Männer sehen mehr Sparpotential, Ältere sparen am meisten
Vor allem was die Gastronomie und die Genussmittel betrifft, sehen die Männer noch mehr Spielraum für Einsparungen als Frauen. Aber auch in vielen anderen Bereichen, z.B. was Spenden betrifft, denken Männer deutlich häufiger ans Sparen als Frauen. Nur bei den Lebensmitteln des täglichen Bedarfs und bei Bekleidung schlägt die Spargesinnung der Frauen jene der Männer.
Auf einen Blick wird sichtbar, dass die Vorstellung von der vermögenden und konsumwilligen 50+-Generation nicht (mehr) ganz stimmt: In dieser Altersgruppe kann man sich in den allermeisten Bereichen Konsumverzicht vorstellen – sei er freiwillig oder erzwungen. Deutlich mehr sparen als die Jüngeren will diese Altersgruppe vor allem, was Ausgaben fürs Auto und für Spenden und soziale Zwecke angeht.
News_1143_Mit_Sparvorsaetzen_ins_neue_Jahr.pdf [262 KB]
TB_1143_Mit_Sparvorsaetzen_ins_neue_Jahr.pdf [153 KB]
Dokumentation der Umfrage MA640:
Ergebnisse einer telefonischen Befragung unter n=400 Österreichern, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren; Erhebungszeitraum: 7. bis 12. Dez. 2011; maximale statistische Schwankungsbreite bei n=400 ± 5,00 Prozent