Wohin bewegt sich der Tourismus der Zukunft? Wirtschaftsflaute, Wetterkapriolen und ein immer unberechenbarerer Urlauber machen es schwer, die Tourismusbranche mit klaren Marketingkonzepten zu unterstützen. Die Antwort auf die Frage, wohin sich unsere Art des Reisens in Zukunft bewegt, zeigt jedoch sehr klare Vorstellungen der Österreicher auf. Die von market mit seinem Online-Panel unter 500 Österreichern durchgeführten Tourismusstudie zeigt nun eindeutige Tendenzen, an denen sich die Tourismusbranche orientieren kann.
Ungebrochen das spontane Vergnügen an „Last-minute-Reisen“
Mehr als die Hälfte der Österreicher glaubt, dass in Zukunft das Interesse an „Last-minute-Reisen“ viel größer sein wird als heute. Bei „Last-minute“ geht ja die Freude an der Schnäppchenjagd mit dem Bedürfnis nach mehr Spontaneität im Leben Hand in Hand. Und: die kaum mehr prognostizierbaren Wetteraussichten verleiten immer mehr dazu, wetterbedingt kurzfristig die Urlaubsplanung umzustoßen.

Die Zunahme befristeter Partnerschaften beschert uns verstärkte Singlereisen
Die Tourismusbranche tut gut daran, dem Trend zum (abschnittsweisen) Singledasein mit ihren Angeboten entgegenzukommen: Sowohl Reisen für überzeugte Singles und der Individualtourismus als auch der Urlaub als Möglichkeit, einen (neuen) Partner zu finden, werden nach Meinung der Österreicher immer stärker zunehmen. Wobei der Individualtourismus eher aus Sicht der Männer interessanter wird, während die Frauen vor allem glauben, dass in Zukunft der Urlaub verstärkt als Partnerbörse genutzt werden wird.
Die Alterspyramide gibt es vor: organisiert betreute Seniorenreisen
Senioren sind bis ins hohe Alter aktiv – haben aber schon vieles gesehen. Sie brauchen keine „Betreuung“ als Folge der Gebrechlichkeit, sondern sie wollen mit ihrer Lebenserfahrung ernst genommen und mit den entsprechenden Urlaubsangeboten verwöhnt werden. Die Senioren von heute haben vor allem Zeit, aber auch genug Geld. Sie erwarten um ihr Geld für ausgedehntere Reisen aber auch eine perfekt durchgestylte Organisation.
Nicht die Destination ist ausschlaggebend, sondern der Zweck der Reise wird vorrangig
Die Zeit vergeht – auch für die Jüngeren – viel zu rasch. Der Wunsch nach dem Bewahren der (rasch vergänglichen) Schönheit und nach Erneuerung der durch den Beruf überanstrengten geistigen Kräfte macht Urlaubs-Angebote zur körperlichen, geistigen und seelischen Sanierung besonders attraktiv.
Mehr als die Hälfte der Frauen erwarten, dass in Zukunft der Urlaub vor allem als Entgegensteuerung des Burnout-Syndroms genutzt wird. Auch bei Entschlackungs-, Diät- und Entgiftungsurlauben sind Frauen die Hauptinteressentinnen; mehr als vier von 10 Frauen erwarten, dass das Interesse an jenen Destinationen zunehmen wird, die Schönheitspflege und plastische Chirurgie anbieten. Den Angeboten, der eigenen Vergänglichkeit mit spirituellen Selbstfindungsreisen ein Schnippchen zu schlagen, sind ebenfalls stärker die Frauen zugeneigt. Steigendes Interesse an Wellness- und Gesundheitspflege im Urlaub ist dagegen bei Männern und Frauen gleichermaßen zu beobachten.
Natürlich werden auch traditionelle Urlaubsarten die Stellung halten, wie Badeurlaub, Familienurlaube sowie der Bergtourismus. Doch die wahre Zukunft des Tourismus liegt nach Ansicht der Österreicher in den genannten Trends.
Dokumentation der Umfrage MA589.1007.P4.O:
Ergebnisse einer online Befragung unter n=500 Österreichern, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren; Erhebungszeitraum: 28. bis 30. Juli 2010; maximale statistische Schwankungsbreite bei n=500 ± 4,48 Prozent