Knapp drei von vier Österreichern glauben, dass Jörg Haider es wirklich geschafft hat, Geldflüsse aus dem arabischen Raum auf sein Konto umzuleiten. Wofür das Geld von Saddam Hussein und Gaddafi gedacht gewesen sein könnte, darüber ist man sich nicht ganz im Klaren: Am ehesten vermutet man, dass die beiden von Haider erwartet haben, das Image ihrer Staaten aufzubessern.
Eine aktuelle market-Umfrage zeigt: Mehr als die Hälfte der Österreicher interessiert, ob es Jörg Haider wirklich gelungen ist, Saddam Hussein und Gaddafi zu Bakschisch-Zahlungen zu bewegen. Wirklich erpicht auf Informationen darüber sind allerdings hauptsächlich die Älteren, die Unter-30-Jährigen lässt das Thema eher kalt.

Am möglichen Wahrheitsgehalt der Gerüchte zweifelt nur eine Minderheit – mehrheitlich kann man sich schon vorstellen, dass Tausendsassa Haider von Saddam und Gaddafi Geld erhalten hat, jeder Vierte ist sich dessen sicher. Dabei sind es hauptsächlich die Männer (80 Prozent) die an solche Geldflüsse glauben.

Bleibt die Frage danach, was die beiden Herren aus dem Orient zum Sponsoring an den damaligen Kärntner Landeschef veranlasst haben könnte. Zwei Drittel der Befragten beteiligten sich am Rätselraten: Am ehesten stellt man sich vor, das Bakschisch sei im Zuge des Lobbyings für die arabische Welt geflossen – die beiden Staatsmänner hätten Haider als aufsteigenden Stern am Himmel Europas gesehen und von ihm PR-Arbeit für sich erwartet. Knapp jeder Vierte (jeder dritte Mann) vermutet auch, dass es darum gegangen sei, eine Partei zu unterstützen, die dem Staat Israel kritisch gegenübersteht. 23 Prozent glauben an eine Geldanlage der beiden orientalischen Potentaten für schlechtere Zeiten. Um wirtschaftliche Zusammenarbeit, Gegnerschaft zum Islam oder soziale Projekte ging es dabei nach Ansicht der Mehrheit eher nicht.

Dokumentation der Umfrage P.B450.1008.P4.O
Ergebnisse einer online Befragung unter n=407 Österreichern, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren; Erhebungszeitraum: 16. bis 18. August 2010; maximale statistische Schwankungsbreite bei n=407 ± 5,00 Prozent